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Kirche+Leben Lexikon

Heilige Ida von Herzfeld – wer war das?

Kirche+Leben Lexikon Ida

Ida von Herzfeld wurde um 775 geboren. Was wir heute über sie wissen, geht vor allem aus der so genannten "Vita Sanctae Idae" hervor.

 

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Ida von Herzfeld wurde um 775 geboren. Was wir heute über sie wissen, geht vor allem aus der so genannten „Vita Sanctae Idae“ hervor. Diese verfasste der Werdener Mönch Uffing aus Anlass ihrer Heiligsprechung. Wahrscheinlich war Ida mit Karl dem Großen verwandt, möglicherweise war sie seine Kusine oder seine Nichte.

Als Karl 780 einen Feldzug unternahm, erkrankte sein Heerführer, der Sachse Egbert, schwer. Der Kranke wurde bei Idas Familie zurückgelassen, und Ida kümmerte sich um Egbert. Nachdem er wieder genesen war, heirateten die beiden. Von Karl dem Großen bekamen sie zu ihrer Hochzeit Güter geschenkt und dieser ernannte Egbert zum Herzog über die Sachsen zwischen Rhein und Weser. Ida wurde Mutter von fünf Kindern.

Namensbedeutung:
Der althochdeutsche Name „Ida“ steht für „schützende Frau“.

Himmlischer Auftrag

Der Legende nach machte Ida auf dem Weg zu den Gütern in der Nähe von Osnabrück Rast auf einem königlichen Hof im westfälischen Herzfeld. Eines Nachts erschien ihr im Traum ein Engel, der Ida auftrug, an dieser Stelle eine Kirche zu errichten.

Um das Jahr 803/4 entstand in Herzfeld ein für diese Zeit ungewöhnlich prächtiger Kirchenbau, der in den Zeiten der beginnenden Missionierung im Münsterland wahrscheinlich besonders anziehend wirkte. Als Egbert 820 starb, wurde er in einer Halle an der Südseite der Kirche begraben.

Darstellung:
Ida wird dargestellt als Matrone mit Kirchenmodell und Hirschkuh.

Tätige Nächstenliebe

Mit dem Tod ihres Mannes trat eine Wende in Idas Leben ein: Sie legte ihren adeligen Lebensstil ab, lebte zurückgezogen und sehr einfach an ihrer Kirche. Ihr Leben war geprägt von Gebet und tätiger Nächstenliebe.

Sie ließ sich bereits zu Lebzeiten ihren eigenen Marmorsarg anfertigen, um ihn als Zeichen ihrer Vergänglichkeit täglich vor Augen zu haben. Diesen Sarg füllte sie zweimal am Tag mit Kleidung und Nahrungsmitteln und gab davon den Armen. Noch heute ist dieser Sarg in der St.-Ida-Kirche in Herzfeld zu betrachten.

Patron:
Ida ist Patronin der schwangeren Frauen.

Am 4. September 825 starb Ida von Herzfeld. Sie wurde neben ihrem Mann beigesetzt.

Gotteskraft auch nach dem Tod

Schon kurze Zeit nach ihrem Tod pilgerten Menschen zu ihrem Grab: Die Gotteskraft, die sie in ihrem Leben gesammelt hatte, sollte auch nach ihrem Tod noch heilsam ausstrahlen. Es wird von vielen Wundern an ihrem Grab berichtet.

Der Wallfahrtsort Herzfeld im Internet: www.st-ida-herzfeld.de

Am 26. November 980 vollzog Bischof Dodo von Münster die Heiligsprechung Idas in der damals üblichen Form: Ihre Gebeine wurden in einen Schrein umgebettet, der auf den Altar gestellt wurde. An diesem Tag fand auch die erste „Identracht“ statt, ein Umzug durch den Ort mit den Reliquien der Stifterin. Das Grab Idas entwickelte sich schnell zur Wallfahrtsstätte.

Ida gilt als erste Heilige Westfalens. Ihr Gedenktag ist der 4. September.

Brauchtum:
Auch heute noch finden Ida-Wallfahrten und die alljährliche Identracht statt. Die Ida-Woche beginnt mit ihrem Festtag am 4. September, die Identracht beschließt die Festwoche am 12. September. An den Prozessionsstationen wird dabei der „Ida-Segen“ gespendet.

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