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Kirche+Leben Lexikon

Heiliger Norbert von Xanten - wer war das?

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Norbert wurde 1080 als Sohn eines Grafen in Xanten am Niederrhein geboren. 1126 wurde Norbert Erzbischof von Magdeburg.

Norbert wurde 1080 als Sohn eines Grafen in Xanten am Niederrhein geboren. Als Begleiter des Kölner Erzbischofs Friedrich I. kam Norbert an den Königshof Heinrichs V. Er begleitete Heinrich auf seiner Reise nach Rom, auf der dieser sich unter Gefangennahme des Papstes und zahlreicher Kardinäle zum Kaiser krönen ließ.

Gedenktag: 6. Juni

In der Folge stand Norbert seinem Gönner, dem Kaiser, kritischer gegenüber. Als Heinrich ihm eine Stellung als Bischof von Cambrai anbot, lehnte er ab, weil er sich im Investiturstreit deutlicher zu Papst Paschalis II. hingezogen fühlte.

Priesterweihe in Köln

Auf einer Reise nach Vreden verfehlte ihn der Legende nach ein Blitz nur knapp. Norbert deutete dies als Zeichen Gottes. Er gelobte ein neues Leben und zog 1115 zunächst nach Siegburg, wo er im Büßergewand den Rat des Benediktinerabtes Kuno suchte. Noch im selben Jahr empfing er in Köln die Priesterweihe.

Darstellung:
Norbert wird dargestellt in Prämonstratenser-Chorherrentracht oder in Pontifikalgewändern, mit Kelch oder Monstranz, den Teufel zu Füßen.

Er ging zurück nach Xanten und lebte als Einsiedler. Die Amtskirche beäugte ihn zunehmend kritisch, da er als Wanderprediger mit seinen Ideen das einfache Volk in seinen Bann zog. Auf der Synode von Fritzlar musste er sich für seine Bußpredigten rechtfertigen und wurde vom Vorwurf der Ketzerei freigesprochen. Schließlich zog er durch ganz Europa, rief zur Umkehr auf und scheute sich nicht, auf Missstände innerhalb der Kirche und des Klerus hinzuweisen.

Klostergründung

Nach einer schweren Krankheit zog sich Norbert mit einigen Gefährten nach Laon in der Nähe von Reims zurück. Als der Bischof von Laon ihm anbot, in seinem Bistum ein Kloster nach seinen Vorstellungen zu gründen, reagierte Norbert zunächst ablehnend. Später jedoch nahm er das Angebot an und ließ sich mit seinem besten Freund Hugo von Fosses in Prémontré nahe Laon nieder. Die Keimzelle des Prämonstratenserordens war geschaffen. 1122 wurde das erste Prämonstratenser-Kloster in Cappenberg gegründet.

Namensbedeutung:
„Norbert“ ist althochdeutsch und heißt „der Berühmte aus dem Norden“.

1126 wurde Norbert Erzbischof von Magdeburg. Norbert zog in den Kleidern eines Bettlers und mit bloßen Füßen in die Stadt ein. In der Folge machte er sich einen Namen als unerbittlicher Reformer. Dabei stellte er die etablierte Besitzordnung der Kirche in Frage und zog sich dabei den Zorn der adeligen Domherren zu. Aber auch beim Volk war der neue Bischof seiner Sittenstrenge wegen nicht sonderlich beliebt. Man plante Anschläge auf ihn, revoltierte offen. Norbert beantwortete diese Aufsässigkeit mit einem Interdikt, dem Verbot aller kirchlichen Handlungen einschließlich der Sakramentenspendung, um das Volk zur Räson zu bringen.

Obschon er mit seiner Kirchenreform das Bistum Magdeburg zu neuer Blüte trieb, mäßigte Norbert im Laufe der Jahre als Bischof seine Ansichten über die notwendige Strenge und Askese. Er wandelte sich zu einem klassischen Kirchenfürsten, war ein Vertrauter Kaiser Lothars III. und begleitete diesen 1132/1133 nach Italien. Gottfried von Cappenberg, den er einst mit seinen Predigten in den Bann gezogen hatte, besuchte ihn in Magdeburg, reiste aber schon nach kurzer Zeit wieder ab, enttäuscht wegen der höfischen Pracht, die an Norberts Bischofsstuhl herrschte.

Norbert von Xanten starb am 6. Juni 1134 in Magdeburg. Seine Gebeine, die zunächst in Magdeburg bestattet waren, wurden 1627 in die Prämonstratenser-Abtei Strahov bei Prag überführt.

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