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Die Heilige Pforte des Petersdoms war eines der zentralen Symbole des Heiligen Jahres, das jetzt endete. Für Papst Leo bleiben Fragen.
Papst Leo XIV. hat die Heilige Pforte zum Petersdom geschlossen. Diese sei im Heiligen Jahr von einer Vielzahl von Gläubigen durchschritten worden, „in der Gewissheit, dass der gute Hirte die Tür seines Herzens immer offen hält, um uns aufzunehmen, wann immer wir uns müde und bedrückt fühlen“, sagte der Papst während der feierlichen Zeremonie am Dienstagvormittag.
Nach den Worten „Diese Heilige Pforte schließt sich, aber die Pforte deiner Gnade schließt sich nicht“, kniete der Papst zunächst auf der Schwelle der Tür nieder. Dann schloss er mit beiden Händen die Doppelflügeltür. Mit der Schließung ist das Heilige Jahr der Hoffnung beendet, das die katholische Kirche 2025 begangen hatte. Eröffnet hatte dieses noch Leos verstorbener Vorgänger Papst Franziskus an Heiligabend 2024. In den kommenden Tagen wird die Heilige Pforte zum Petersdom wieder zugemauert.
Das nächste Heilige Jahr ist in Sicht
Die bronzene Türe wird nur zu einem Heiligen Jahr geöffnet. Wer sie durchschreitet, dem wird die Streichung aller Sündenstrafen im Jenseits versprochen. Zum Heiligen Jahr 2025 kamen laut Vatikanangaben zwischen dem 24. Dezember 2024 und dem 5. Januar 2026 insgesamt 33.475.369 Pilger aus 185 Ländern. Die meisten Besucher stammten aus Italien, Deutschland belegte den 6. Platz.
An die zahlreichen Gläubigen, die nach Rom gekommen sind, erinnerte der Papst auch in seiner Predigt. „Wer waren sie und was hat sie bewegt? Die Frage nach der geistlichen Suche unserer Zeitgenossen, die viel reichhaltiger ist, als wir es vielleicht begreifen können, stellt sich uns zum Ende des Heiligen Jahres mit besonderem Ernst“, so Leo XIV. unter den Augen und Ohren ungewöhnlich vieler seiner 245 Kardinäle. „Millionen von ihnen haben die Schwelle der Kirche überschritten. Was haben sie gefunden? Welche Herzen, welche Aufmerksamkeit, welche Resonanz?“
Leo XIV.: Gibt es Leben in unserer Kirche?
Um dann mit Fragen fortzufahren, denen sich die katholische Kirche im gerade begonnenen zweiten Quartal des 21. Jahrhunderts stellen sollte: „Gibt es Leben in unserer Kirche? Gibt es Raum für das, was entsteht? Lieben und verkünden wir einen Gott, der Menschen wieder auf den Weg zurückbringt?“ Die Kirche solle eine Gemeinschaft der Hoffnung sein, in der sich eine „Geschichte des Lebens ereignet“, forderte der Papst. „Heilige Stätten wie die Kathedralen, Basiliken und Wallfahrtsorte, die zu Zielen von Heilig-Jahr-Wallfahrten geworden sind, müssen den Duft des Lebens verbreiten, den unauslöschlichen Eindruck, dass eine neue Welt begonnen hat.“
Christen sollten sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen, wiederholte Leo zentrale Forderungen seines bislang achtmonatigen Pontifikats. „Um uns herum versucht eine entstellte Wirtschaft, aus allem Profit zu schlagen“, so der erste in den USA geborene Papst „Der Markt macht sogar aus dem menschlichen Verlangen zu suchen, zu reisen, neu anzufangen, ein Geschäft.“
Papst Leo: Im Anderen einen Weggefährte erkennen
Es frage sich, ob das Heilige Jahr die Menschen gelehrt habe, jener Art von Effizienz zu entfliehen, die alles auf ein Produkt und den Menschen auf einen Konsumenten reduziere. „Werden wir nach diesem Jahr besser in der Lage sein, im Besucher einen Pilger, im Unbekannten einen Suchenden, im Fernen einen Nächsten, im Anderen einen Weggefährten zu erkennen?“, warb der Papst für Mitmenschlichkeit und Offenheit auch Fremden gegenüber.
In diesem Sinne sollten die Christen „Pilger der Hoffnung" bleiben, zitierte er noch einmal das Motto des Heiligen Jahren. „Wenn wir unsere Kirchen nicht zu Denkmälern degradieren, wenn unsere Gemeinschaften Heimat sind, wenn wir gemeinsam den Verlockungen der Mächtigen widerstehen, dann werden wir die Generation der Morgenröte sein“, schloss er in jenem poetischen Ton, den er schon bei den Gottesdiensten in den Weihnachtstagen angeschlagen hatte.
Die Tradition der Jubiläen, wie die Heiligen Jahre auch genannt werden, reicht bis ins Mittelalter zurück. Seit 1450 findet ein Heilige Jahr alle 25 Jahre statt. Es gibt aber auch außerordentliche Jubiläen. 2033 will die katholische Kirche erneut ein Heiliges Jahr begehen, 2.000 Jahre nach der überlieferten Auferstehung von Jesus Christus.
UPDATE 06.01.2026, 15.45: Wesentliche Erweiterung um Inhalte der Predigt von Papst Leo XIV.