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Mehrere tausend Menschen feierten die Amtseinführung im Paulusdom mit. In seiner Predigt wandte sich Wilmer erstmals an sein neues Bistum.
Heiner Wilmer (65) ist neuer Bischof von Münster. In einem festlichen Gottesdienst mit mehreren tausend Menschen im Paulusdom und auf dem Domplatz führte ihn der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki als 76. Nachfolger des heiligen Liudger zum Bischofsstuhl im Chorraum der Kathedrale. Indem Wilmer sich dort setzte, nahm er offiziell das mitgliederstärkste deutsche Bistum in Besitz.
Zuvor hatte das Domkapitel die Ernennungsurkunde von Papst Leo XIV. in Augenschein genommen und sein Vorgänger Felix Genn ihm symbolisch den Bischofsstab weitergegeben – in einer Tradition aus dem 17. Jahrhundert der Stab der Figur des heiligen Liborius aus dem Chorumgang des Paulusdoms. Diesen hatten jene 16 Laien in den Altarraum gebracht, die erstmals mit dem Domkapitel an der Kandidatensuche für den neuen Bischof beteiligt waren.
Drei Frauen als Vorbilder
„Seid nicht bange! Bleibt standhaft! Haltet fest am Glauben!“: Diese drei Ermutigungen stellte Heiner Wilmer ins Zentrum seiner ersten Predigt als Bischof von Münster. Dabei verband er die Erlebnisse, die er während seiner Pilgertouren durch die Diözese in den Tagen vor der Amtseinführung mit verschiedenen Gruppen machte, mit dem Evangelium von der Aussendung der Jünger durch Jesus. In einer Zeit der „Daueranspannung“ und der Sehnsucht nach Sinn stelle sich die Frage: „Wozu stehen wir? Zu wem bekennen wir uns?“
Antworten leitete Wilmer von drei historischen Frauen des Münsterlandes und ihrem prophetischen Einsatz für ausgegrenzte Minderheiten ab: von der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff, der seligen Schwester Maria Droste zu Vischering und der seligen Schwester Maria Euthymia. Sie ermutigten bei „aller Angst anzuecken“, zum Bekenntnis. Und das heiße: „sich ausrichten. Sich festmachen. Sich nicht verstecken.“ Wilmer betonte: „Über dem Abgrund der öffentlichen Bloßstellung müssen wir uns nicht selbst sichern. Wir dürfen uns von Gott halten lassen.“
Das schreibt Papst Leo XIV.
Die Amtseinführung begann, indem Dompropst Hans-Bernd Köppen und die Co-Vorsitzende des Diözesankomitees der Katholikinnen und Katholiken im Bistum Münster, Brigitte Lehmann, die Ernennungsurkunde des Papstes in deutscher Übersetzung verlasen. Darin würdigt Leo XIV. besonders Wilmers Führungserfahrung. Vor seinem Wechsel nach Münster war Wilmer ab 2018 Bischof von Hildesheim und zuvor Generaloberer seiner Ordensgemeinschaft, der Herz-Jesu-Priester.
Den neuen Bischof mahnt der Papst zu „Festigkeit und Lauterkeit des Glaubens“ und nennt dafür das Beispiel des seligen Kardinals Clemens August Graf von Galen, von 1933 bis 1946 Bischof von Münster. Sein Grab befindet sich im Kapellenumgang hinter der Kathedra des Paulusdoms.
Erste Personalentscheidungen
Nach der formellen Amtseinführung erneuerten Vertreter von Priestern und Diakonen ihr Ehrfurchts- und Gehorsamsversprechen vor dem Bischof. Auch Pastoralreferentinnen, Ordensleute, Religionslehrkräfte, Ehrenamtliche in Seelsorge, Verkündigung und Caritas traten in Gruppen vor Heiner Wilmer und erklärten ihre Verbundenheit und Dienstbereitschaft. Anschließend tauschte der Bischof mit ihnen den Friedensgruß.
Am Ende des Gottesdienstes ernannte er den früheren Generalvikar Klaus Winterkamp auch zum neuen; zudem bestätigte er P. Rainer Autsch als Offizial und damit Leiter des Kirchengerichts in Münster sowie Weihbischof Wilfried Theising als Offizial des Bischöflich münsterschen Offizialatsbezirks Oldenburg.
Tausende Gäste
An dem festlichen Gottesdienst nahmen mehrere tausend Gläubige teil – sowohl in der Kathedrale als auch bei strahlendem Sonnenschein auf dem Domplatz. Dorthin wie auch im WDR-Fernsehen und online wurde die Liturgie live übertragen.
Zu den Ehrengästen gehörten der ernannte neue Papst-Botschafter in Deutschland, Erzbischof Hubertus van Megen, der Luxemburger Kardinal Jean-Claude Hollerich, der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Fuldaer Bischof Michael Gerber, die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Irme Stetter-Karp, die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischöfin Kirsten Fehrs, sowie NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und die stellvertretende niedersächsische Ministerpräsidentin Julia Willie Hamburg (Bündnis 90/Die Grünen).