POLITIK

„Migranten stören nicht“: Bischof Wilmer warnt erneut vor Wahl der AfD

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Die Kirche wolle und könne keine Wahlvorschriften machen, so der Leiter des Bistums Münster. Jedoch hintergehe eine Partei die Demokratie als solche.

Von KNA

Vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt am Sonntag hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Heiner Wilmer, erneut vor der AfD gewarnt. Die Kirche wolle und könne zwar keine Wahlvorschriften machen. „Ich appelliere an die Mündigkeit der Wählerinnen und Wähler in Sachsen-Anhalt, ihr Gewissen zu schärfen. Migranten stören nicht“, sagte Münsters Bischof der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Christinnen und Christen stünden für Nächstenliebe und Menschenwürde, insbesondere für die Schwächsten der Gesellschaft. „Dazu gibt es keine Alternative, weder in Deutschland noch anderswo“, betonte Wilmer. „Die AfD attackiert diese Grundwerte und hintergeht unsere demokratische Staatsform als solche. Ihre Alternative für Deutschland ist eine Gesellschaft, in der Freiheit, Menschenwürde und Demokratie eingeschränkt werden.“

Nach aktuellen Umfragen könnte die AfD in dem ostdeutschen Bundesland mit über 40 Prozent der Stimmen mit Abstand stärkste Kraft werden. In ihrem Beschluss vom Februar 2024 hatte die DBK bereits die Unvereinbarkeit von Christentum und völkischem Nationalismus erklärt und damit gleichsam die AfD als unwählbar für Christen bezeichnet.

Den Erfolg der Rechtspopulisten führt Wilmer auch darauf zurück, dass sich Menschen nicht ernst genommen fühlten von Politikern der etablierten Parteien. „Gerade im ländlichen Raum fühlen sich viele abgehängt“, so der Bischof von Münster. Gleichzeitig müsse aber auch anerkannt werden, dass es aktuell viele Herausforderungen wie Kriege, Klimakrise und wirtschaftliche Umbrüche gebe. „Das kann sehr leicht überfordern. Und da sind einfache Antworten, mit denen das Blaue vom Himmel versprochen wird, verlockend“, erklärte Wilmer. „Sie sind aber keine Lösung, sondern es braucht, auch in der Politik, Differenzierung und Ehrlichkeit.“

ZdK: AfD darf nicht an die Regierung kommen
Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) ruft alle Wählerinnen, Wähler und Parteien auf, eine AfD-Landesregierung zu verhindern. "Eine gesichert rechtsextreme Partei darf auf keinen Fall die Landesregierung bilden oder Teil davon sein. Alle demokratischen Kräfte müssen das ihre tun, um einen solch radikalen politischen Umbruch in Deutschland zu verhindern", erklärte ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp am Donnerstag, 3. September.

Kritisch sehe sie Stimmen, die dafür plädieren, der AfD in Regierungsverantwortung beim Scheitern zuzuschauen und auf bessere Zeiten zu hoffen: "Wer das Programm der AfD in Sachsen-Anhalt aufmerksam liest, findet darin klare Zeichen. Sie ist eine Gegnerin der liberalen Demokratie und strebt einen schnellen und deutlichen Umbau des Bundeslandes an." | KNA

Update 15.40 Uhr: Kasten

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