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Der neue Vorsitzende der katholischen Bischöfe über seinen Führungsstil, über Priesterinnen und den Grund für seine Wahl.
Der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, setzt auf Respekt im Umgang mit unterschiedlichen Auffassungen katholischer Bischöfe. Es gehe darum, zuzuhören, das Gegenüber ernstzunehmen und anzuerkennen, sagte Wilmer im „heute journal“ des ZDF. „Wir sitzen alle im gleichen Boot.“ Die Bischöfe hätten den großen Willen, die Frohe Botschaft des Evangeliums und die „Frische des Glaubens“ zu verkünden und zu sagen, die katholische Kirche sei auch in stürmischer Zeit attraktiv.
Der 64 Jahre alte Bischof von Hildesheim war von den Bischöfen zum Nachfolger von Georg Bätzing an die Spitze der Bischofskonferenz gewählt worden. Erwartet wird von ihm, dass er die Spaltung der Bischofskonferenz beim Umgang mit dem deutschen Reformprojekt Synodaler Weg überwindet und auch Differenzen mit dem Vatikan beilegt.
Wilmer über Priesterweihe von Frauen
Vier Bischöfe hatten sich aus dem Reformprojekt zurückgezogen, bei dem es etwa um innerkirchliche Gewaltenteilung, eine neue Sexualmoral und um Weiheämter für Frauen ging. Im Vatikan gab es ebenfalls Bedenken – auch gegen die geplante Einrichtung eines synodalen Gremiums von Bischöfen und Laien auf Bundesebene. Der Satzung dieser Synodalkonferenz hat die Bischofskonferenz allerdings am Dienstag zugestimmt. Nun wird sie in Rom vorgelegt.
In dem ZDF-Interview bekräftigte Wilmer mit Blick auf die Frage, ob er für eine Priesterweihe von Frauen sei, er begrüße es ausdrücklich, dass die Weltsynode das Thema Frauen in Diensten und Ämtern auf der Tagesordnung habe. Man bleibe im Gespräch auch mit Rom und habe Respekt vor der langen katholischen Tradition. Zugleich sei ihre Beständigkeit aber auch der Wandel. Er setze sich dafür ein, die Kompetenz von Frauen sichtbar zu machen und zu fördern.
Wilmer: Darum könnte ich gewählt worden sein
Auf die Frage, warum er gewählt worden sei, sagte Wilmer, es hänge vielleicht damit zusammen, dass er früher schon als Leiter einer Ordensgemeinschaft sehr international unterwegs gewesen sei. Er kenne Rom gut, auch die Menschen in der Diaspora, sei gut vernetzt in der Ökumene, in der Orthodoxie und mit den jüdischen Schwestern und Brüdern.