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Bäcker, Metzger und Discounter unterstützen die Idee der Jugendlichen

Helden der Krise: KLJB in Lüttingen wartet auf Einkaufs-Aufträge

Mehr als 25 Mädchen und Jungen von 70 Mitgliedern der Katholischen Landjugend (KLJB) in Lüttingen haben sich entschieden, in den Zeiten von Corona, einen Einkaufsservice für den Xantener Stadtteil zu starten.

 

Mehr als 25 Mädchen und Jungen von 70 Mitgliedern der Katholischen Landjugend (KLJB) in Lüttingen haben sich entschieden, in den Zeiten von Corona, einen Einkaufsservice für den Xantener Stadtteil zu starten. „Angeregt wurden wir durch vergleichbare Aktionen der niederrheinischen Landjugend zum Beispiel in Uedem“, sagt Alina van Schyndel, die gemeinsam mit Lina Jansen den Service koordiniert.

„Wir bieten älteren Menschen, Menschen mit Vorerkrankungen und jedem, der sich gerade unwohl fühlt, unsere Hilfe an. Zum Beispiel, indem wir ihre Einkäufe erledigen“, sagt Lukas Rupprich, der Vorsitzende der Landjungend. Dieses Engagement erwachse aus ihrem Selbstverständnis, so der Vorsitzende. Wir möchten unseren Beitrag dazu leisten, dass unser Dorf gerade in schweren Zeiten zusammenhält, meint er. Zunächst beschränke man die Aktivität auf Lüttingen, erläutert Rupprich. „Wir wollen sehen, wie die Aktion anläuft und können sie dann gegebenenfalls auch auf das ganze Stadtgebiet ausdehnen. Viele Studenten und Schüler haben jetzt Zeit, diese Aktion zu unterstützen. Aber auch berufstätige Jugendliche sind dabei“, sagt Rupprich.

So funktioniert's

Die Hilfe funktioniert unkompliziert. Jede Person, die gerne Hilfe hätte, meldet sich per Telefon entweder bei Alina van Schyndel (0157/32489435) oder Lina Jansen (0157/55972697). Die jungen Frauen geben den Anruf an ein Mitglied des Aktionsteams weiter. Zu einer abgesprochenen Zeit wird der leere Einkaufskorb mit Einkaufszettel und Geld abgeholt und später mit dem Wechselgeld wieder nach Hause zurückgebracht.

Die Landjugend hatte die Aktion über Facebook öffentlich gemacht. Auf dieses Hilfsangebot sind schon jetzt zahlreiche Bäcker, Metzger und Discounter aus Xanten angesprungen und haben ihre Unterstützung und zum Teil bereits Geldspenden zugesagt.

Wechselgeld kommt in den Briefkasten

Überhaupt ist die Resonanz im Dorf und in den sozialen Medien schon sehr groß. „Wir haben schon zahlreiche aufmunternde Posts bekommen“, sagt van Schyndel. Das mache Mut. „Für die Hilfe der Geschäftswelt sind wir sehr dankbar“, sagt sie. Doch man wolle erst einmal die älteren und hilfsbedürftigen Menschen fragen, woher sie ihre Lebensmittel und die anderen Artikel beziehen wollen. Man werde, so gut es geht, deren Wünsche erfüllen, sagt die 21-jährige Schriftführerin der KLJB.

Gedanken machen sich die Jugendlichen auch darüber, wie man die Menschen mit Risiko schützen kann. Man werde die Übergabe so gestalten, dass kein persönlicher Kontakt stattfindet, die Kiste mit den Lebensmitteln vor der Haustür abstellen und das Wechselgeld in den Briefkasten legen. Die Sicherheit der alten Menschen steht für die Landjugend im Vordergrund.

„Wir sind voller Tatendrang“

Gefragt, warum sich die Landjugend zu dieser Aktion entschieden hat, sagen die beiden KLJB’ler, dass neben der Verbundenheit zu dem Dorf, in dem sie aufgewachsen sind, auch die christliche Orientierung stehe. Auch wenn nicht jeder zu den klassischen Kirchgängern zähle, sei die Botschaft, die sich aus dem Glauben ergeb,e für das eigene Handeln wichtig, so van Schyndel.

Gerade in diesen schweren Zeiten brauche man ja einen Maßstab zum Handeln. Doch das tiefschürfende Philosophieren ist nicht ihre Sache. Die Mitglieder der Landjugend sind Menschen der Tat. „Wir freuen uns schon auf den ersten Auftrag“, sagt van Schyndel. „Wir sind voller Tatendrang.“

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