Projekt der Gemeinde St. Laurentius und der Caritas

„Helfen und helfen lassen“ – so klappt es in Langförden

Sie wissen noch gar nicht, wie sie das schaffen sollen. Alfred Hermes zuckt mit den Schultern. „Das ist eine ziemlich große Sache“, sagt der 72-Jährige.

„Pastor Ralph Forthaus hat vorgestern angerufen. Es geht um eine schwangere Alleinerziehende mit zwei Kindern. Die Frau stammt aus Syrien, will nach Göttingen umziehen. Aber für ein Umzugsunternehmen fehlt ihr das Geld.“

Ein ganzer Umzug ist die Ausnahme

Ein ganzer Umzug also – Möbel schleppen, einen LKW oder einen Anhänger besorgen und dann die 350-Kilometer-Tour mit Sack und Pack. „So etwas Großes haben wir noch nie übernommen“, sagt auch Georg Themann.

„Aber wir nehmen das als Herausforderung und werden versuchen, Leute zu finden, die die Möbel auseinanderbauen und verladen“, sagt der 76-jährige pensionierte Lehrer. „Der Pastor steht doch sonst auch alleine damit.“

Meist geht es um kleine Gefälligkeiten

Eigentlich hatten die Gründer des Projekts „Helfen und helfen lassen“ solche Mammut-Aufgaben anfangs nicht im Sinn. Vielmehr sollte es um die kleinen Gefälligkeiten und Aushilfen gehen, als im Herbst 2012 die Idee dazu in der Pfarrgemeinde St. Laurentius aufkam. Im Nachbarort Visbek gab es damals schon etwas Ähnliches. Dort hatten die Langfördener sich das Ganze abgeschaut.

Einem Erkrankten mal den Rasen schneiden oder den Schnee vom Gehweg schippen, die gehbehinderte alleinstehende Frau zum Arzt fahren, den älteren Herrn zum Einkaufen oder zum Friedhof.

Neun Helfer auf der Liste

Alfred Hermes und Georg Themann gehörten zu den Männern der ersten Stunde. Nach einem Aufruf der Pfarrgemeinde erstellten sie eine Liste mit Frauen und Männern, die sich als freiwillige Helfer meldeten. Immer noch stehen neun Namen darauf, die sie bei Bedarf jederzeit anrufen können.

Jede Woche wird die Telefonnummer der Ansprechpartner im Mitteilungsblatt von St. Laurentius veröffentlicht. Dennoch sei das Ganze kein Projekt nur für Mitglieder der Pfarrei. „Wir helfen jedem, die Religion spielt keine Rolle,“ betont Alfred Hermes. „Wir helfen dort, wo Lücken sind, die sich anders nicht füllen lassen.“

Kein Hausmeister-Service

Im Notfall mal aushelfen – ja. Aber als kostenlosen Hausmeister-Service verstehen sich die Helfer nicht. Auch wenn es solche Anfragen durchaus gegeben habe. Ob die Helfer nicht mal für ein Jahr die Gartenpflege übernehmen könnten? „Aber dafür gibt es ja genug Firmen, die man beauftragen kann“, sagt Alfred Hermes.

Die meisten der Kunden sind dankbar, betonen die beiden Haupt-Organisatoren von „Helfen & helfen lassen“. Manche wollen den Dienst auch bezahlen.

Sie nehmen kein Geld an

Aber bis auf einen Zuschuss zu den Spritkosten nehmen die Helfer aus Langförden grundsätzlich kein Geld an. Dann schon eher Angebote wie dieses, das sie auch schon mal gehört haben: „Ich bin so dankbar für Ihre Hilfe. Und wenn Ihr selbst mal Hilfe braucht, fragt mich ruhig mal.“