Moraltheologe Rosenberger: Kochen aus Resten soll Pflichtstoff werden

Herd statt Mülleimer: Kochkurse in katholischen Schulen angeregt

Herd statt Mülleimer: Kochen aus Essensresten sollte nach Ansicht des katholischen Moraltheologen Michael Rosenberger in kirchlichen Schulen Pflichtstoff werden. So könnten Jungen und Mädchen ganzheitlich lernen und praktisch üben, Lebensmittel wiederzuverwerten, schreibt der in Linz in Österreich lehrende Professor in der Zeitschrift „Stimmen der Zeit“.

Er sprach sich für eine „neue Koch- und Mahlkultur“ aus. Das Christentum sei die einzige Weltreligion, in deren Mittelpunkt ein Mahl stehe. Achtsam zu essen und zu trinken, dankbar und sorgsam mit Speisen und Getränken umzugehen, bedeute „keinen quälenden Verzicht, sondern Befreiung zum Glück und zu einem erfüllten Leben“.

Gespür für Wert von Lebensmitteln

Schon in der biblischen Erzählung der Speisung der Fünftausend werde großer Wert auf das Einsammeln der Essensreste gelegt, betont der Theologe. Die katholische Kirche setze diese Einsicht bis heute um, wenn sie das, was beim Heiligen Mahl übrig bleibe, achtsam aufbewahre und beim nächsten Mal wieder auf den Altartisch bringe.

Gottesdienste am Erntedanksonntag seien stark besucht. Offenbar gebe es ein natürliches Gespür, dass Lebensmittel mehr Achtung verdienten. „Dieses Gespür zu stärken und zu verbreiten ist eine zentrale Aufgabe der Kirchen“, so Rosenberger.