Caritas beteiligt sich an Weiterbildungsprojekt „Job aktiv“

„Herten brummt“: Wie eine Stadt zum Insekten-Paradies wird

Die Lebensräume von Insekten werden durch Eingriffe des Menschen in die Natur inzwischen immer knapper. So fehlt es zum Beispiel oft an wilden Blumenwiesen, auf denen die Insekten ihre Nahrung finden.

„Das möchten wir ändern“, sagte Matthias Müller, als er im Caritas-Forum in Herten das Projekt „Herten brummt“ vorstellte. „In der Stadt sollen bienenfreundliche Blumen blühen, damit die Insekten zu jeder Jahreszeit Nahrung finden. Die Insekten sind dann wieder Nahrung für unsere Singvögel, deren Bestand auch in Gefahr ist“, führte der Hertener Caritas-Geschäftsführer weiter aus. Als Symbol zog er sich bei der Projektvorstellung ein schwarz-gelbes Kostüm an, damit alle wissen: Hier geht es um den Schutz der Bienen.

In einem Weiterbildungsprojekt mit dem Namen „Job aktiv“, das der Caritasverband Herten in Kooperation mit der GmbH zur beruflichen Förderung Rebeq und im Auftrag des Jobcenters Recklinghausen durchführt, erhalten zwölf Menschen die Möglichkeit, sich beruflich neu zu orientieren und sich dabei für Umwelt- und Naturschutz einzusetzen.

„So können sie nachhaltig aktiv sein, sich erproben, ihre Fähigkeiten entdecken und einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag leisten“, sagte Müller. Seit Januar entwickeln die Teilnehmer das Projekt „Herten brummt“. Dabei haben sie sich inhaltlich mit dem weltweiten Sterben der Bienen auseinander gesetzt und erarbeitet, wie sie konkret in der Stadt etwas für den Erhalt der Wildbienen tun können. Als Unterstützer konnte die Gruppe den Naturschutzbund Nabu und die Hermann-Schäfers-Stiftung der Caritas gewinnen.

Aus der Arbeitslosigkeit zum Naturschutz

Das Angebot „Job aktiv“ richtet sich an Frauen und Männer, die ihrer Arbeitslosigkeit aktiv etwas entgegensetzen möchten. Zur Seite stehen ihnen erfahrene Begleiter. Ihre Fähigkeiten sollen sie im Rahmen kleiner Projekte im Natur- und Umweltschutz einsetzen.

„Artensterben ist ein wichitiges Thema, das wir aufgreifen“, sagte Projektmitarbeiter Stephan Gustke. Die Teilnehmer werden öffentliche Grünflächen bepflanzen. Probeflächen gibt es auf dem Waldfriedhof. Fachlich werden die Mitmachenden von Heiner Buschhausen aus Herten-Scherlebeck unterstützt. Der Imker besitzt 70 der etwa 280 Bienenvölker der Stadt und informierte: „Bienen und Insekten bestäuben bis zu 90 Prozent aller Wildpflanze und den Großteil der Kulturplanzen.“ Ohne die Bestäubung gebe es viele Nahrungsmittel nicht mehr.

Lieber Pflanzen als Steine im Garten

Praktische Hilfestellung gibt auch der ehrenamtliche Helfer und Hobby-Gärtner Hans-Jürgen Wunderlich. In den letzten Jahren baute der Hertener mehr als 500 Nistkästchen und engagiert sich nun gern bei „Herten brummt“. „Viele Gärten könnten mehr Pflanzen als Steine vertragen“, sagte Wunderlich. Es sei eine gute Sache, Wiesen und Gärten wieder bienenfreundlicher zu machen. Wichtig sei auch, das Wissen über das Gärtnern weiterzugeben und etwas Praktisches für den Naturschutz zu tun“, sagte der Engagierte.