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Kommentar von Michael Rottmann über das Rechtsempfinden in der Pandemie

Herummäkeln an Corona-Sündern? Lieber über Erfolge freuen!

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Die Pandemie ist auch eine Lektion für unser Rechtsempfinden. Wie sollen wir darauf reagieren, dass Menschen sich nicht an die Corona-Vorschriften halten oder versuchen, sich beim Impfen vorzudrängeln? Es tut gut, sich bewusst zu machen, dass in diesen Zeiten fast niemand fehlerlos bleibt und sich angesichts einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 über das miteinander Erreichte zu freuen, meint Redakteur Michael Rottmann.

„Die da zum Beispiel! Und der auch!“ Jeder kennt Mitmenschen, die die Corona-Regeln lockerer als andere interpretiert haben: heimlich drei anstatt nur einen Gast auf ein Feierabendbier im Garten oder mit dem aus Süddeutschland angereisten Sohn über Ostern einen dritten Haushalt am Tisch, solche Sachen. Das dürfen die doch gar nicht! Stimmt – und stößt manchen Menschen auf.

Beruhigend nur, dass sich fast jeder schon mal selbst bei einer kleinen oder größeren Corona-Regelübertretung ertappt haben wird. Sei es mangelnder Abstand oder eine vergessene Atemmaske.  Und sollen wir etwa zwei Besucher an der Haustür bei einem plötzlichen Gewitter draußen stehen lassen? Für die meisten ist die Antwort klar.

Wir sollten unsere Gefühle sortieren

Dank einer bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz von deutlich unter 50 können wir heute erleichtert aufatmen – und sollten uns Zeit nehmen, unsere Gefühle sortieren. Ja, es stimmt: Nicht alle haben sich immer und überall penibel an sämtliche Corona-Vorschriften gehalten. Nicht im Lockdown und auch nicht, als es ums Impfen ging. Grund für moralische Überheblichkeit darf das dennoch nicht sein. Mein Rat: Freuen wir uns lieber über die erzielten Fortschritte!

Was sollen nachträgliches Herummäkeln daran, an der Impfreihenfolge („Wieso ausgerechnet Lehrer zuerst?“) oder Geraune über vermeintliche Impfdrängler („Ich möchte mal wissen, wie der das geschafft hat?“) jetzt noch bringen?

Fast keiner ist fehlerfrei geblieben

Wer einigermaßen ehrlich mit sich selbst bleibt, der hat doch gespürt, wie schwer es war und ist, in der Pandemie unfehlbar zu bleiben. Genießen wir es also heute lieber, dass wir gemeinsam so weit gekommen sind! Und nehmen wir die erlebten und ertragenen Widersprüche als gute Schule für jeden und auch für uns als Gesellschaft. Weil sie den Blick geschärft haben für wichtige christliche Grundhaltungen: Demut und Nachsicht.

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