„Auch mein Wirken wird aufgearbeitet“

Heße: Bei Missbrauch verantwortliche Amtsträger benennen

Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße fordert, Versagen früherer und heutiger Amtsträger bei Missbrauchsfällen in der Kirche konkret zu benennen. „Dort, wo die Verantwortlichkeiten klar sind, müssen wir dazu stehen“, sagte Heße der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Heße, der zuvor Personalchef und Generalvikar im Erzbistum Köln war, sagte, bei der dortigen Aufarbeitung werde auch sein Wirken untersucht. „Damals haben wir im Kreis der Verantwortlichen versucht, alle Probleme gut zu bewältigen. Ob unser Handeln nach heutigen Maßstäben das Beste war, wird sich zeigen.“

„Die Macht teilen und kontrollieren“

Um neue Missbrauchsfälle zu verhindern, will Heße Machtstrukturen aufbrechen. „Es braucht Macht zur Ausübung von Leitung, aber sie muss kontrolliert und geteilt werden.“ Er lobte den Vorstoß des Münchener Erzbischofs Reinhard Marx, der einen Laien zum Verwaltungsleiter seiner Diözese machen will. Auch er setze auf „weitergehende Beteiligung“, betonte Heße.

Mit dem Missbrauchsgipfel Ende Februar im Vatikan gibt Papst Franziskus laut Heße einen „wichtigen Impuls“. Seiner Ansicht nach hat die deutsche Kirche bei Aufarbeitung und Prävention bereits hohe Standards entwickelt. „Andere Regionen haben da noch Nachholbedarf.“