KFD und Missio: Mehr Schutz für Frauen in Deutschland und der Welt

Heute ist der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen

Jede dritte Frau in der EU über 15 Jahren hat in ihrem Leben bereits einmal sexuelle oder körperliche Gewalt erlebt. Das geht aus einer Studie der EU-Statistikbehörde Eurostat hervor, die zum heutigen internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen veröffentlicht wurde. 55 Prozent der Frauen in der EU seien bereits sexuell belästigt und eine von 20 Frauen vergewaltigt worden, teilte die Behörde mit. Jeder vierte der Befragten gab an, ein Opfer im Familien- oder Freundeskreis zu kennen. Doch nur 12 Prozent sprächen über diese Fälle mit der Polizei.

In EU-Ländern, die stark von der Wirtschaftskrise betroffen gewesen seien, habe die Gewalt gegen Frauen zugenommen, sagte die EU-Justizkommissarin Vera Jourova. „Je wirtschaftlich abhängiger die Menschen sind, desto mehr Gewalt gegen Frauen und Kinder gibt es“, so die Kommissarin.

KFD: Frauenhäuser haben Finanzierungsproblem

Für diese Frauen müssen Frauenhäuser schnell und professionell Hilfe leisten können, fordert die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (KFD). Dies sei heute „wichtiger denn je“ und müsse finanziell gesichert sein, mahnte die Organisation am Donnerstag. Es sei ein Skandal, dass die Finanzierung an vielen Orten nicht sichergestellt sei.

Derzeit gebe es in jedem Bundesland eigene Finanzierungen für die Anlaufstellen, so die KFD-Bundesvorsitzende Anna-Maria Mette. „Es kann nicht sein, dass immer wieder Frauen abgewiesen werden müssen, weil ihr Aufenthalt nicht bezahlt werden kann oder die Übernahme der Kosten nicht geregelt ist.“ Teils müssten Immigrantinnen und Studentinnen ihren Aufenthalt selbst zahlen, wenn sie keinen Anspruch auf Sozialleistungen hätten.

Die KFD-Frauen haben in den 1990er Jahren nach eigenen Angaben die Gründung vieler Frauenhäuser unterstützt und begleiten sie weiterhin mit Hilfe von Spenden und ehrenamtlichem Einsatz.

Menschen zweiter oder dritter Klasse

Das internationale katholische Missionswerk Missio München hat anlässlich des heutigen Aktionstags zu einem verstärkten Engagement für die Rechte von Frauen weltweit aufgerufen. „Es kann nicht sein, dass Frauen in vielen Ländern der Welt noch immer ganz offiziell wie Menschen zweiter oder dritter Klasse behandelt werden“, sagte Missio-Präsident Wolfgang Huber am Donnerstag in München. Missio setze sich in vielen Projekten in Afrika, Asien und Ozeanien entsprechend ein. „Wir dürfen nicht tatenlos zusehen, wie Mädchen und Frauen diskriminiert und missbraucht werden“, betonte Huber.