Genn bedauert ihren Abschied aus gesundheitlichen Gründen

Heveling tritt als Vorsitzende des Diözesankomitees zurück

Notburga Heveling tritt als Vorsitzende des Diözesankomitees der Katholiken im Bistum Münster zurück. „Notburga Heveling hat uns mitgeteilt, dass sie aus akuten gesundheitlichen Gründen ihr Amt nicht in der nötigen Weise ausüben kann und deshalb von allen Ämtern und Delegationen zurücktritt“, erklärte Hermann Hölscheidt, der stellvertretende Vorsitzende des Komitees, am Freitag.

Die 55-jährige Heveling war noch am vergangenen Samstag mit 96 Prozent Zustimmung wieder an die Spitze der höchsten Vertretung der Laien im Bistum Münster gewählt worden. Es wäre die dritte Amtszeit für die Münsteranerin gewesen. Erstmalig wurde sie im Mai 2011 zur Vorsitzenden gewählt. „Wir bedauern außerordentlich, dass die Umstände Notburga Heveling nun zu diesem Schritt zwingen“, sagte die stellverstretende Vorsitzende Beatrix Bottermann.

Vorstand sucht Nachfolge-Kandidiaten, Wahl durch Vollversammlung

Beide Stellvertreter wünschten Heveling baldige Genesung und dankten „für ihr unermüdliches großes Engagement im Diözesankomitee“. Heveling habe sich außerordentlich verdient gemacht um die Sache der Laien im Bistum Münster. Dass der Katholikentag im Mai ein solcher Erfolg wurde, sei auch auf den großen Einsatz von Notburga Heveling zurückzuführen.

Die verbliebenen Vorstandsmitglieder beschäftigten sich am Donnerstagabend mit den Folgen für das Diözesankomitee. Der Vorstand begebe sich jetzt auf die Suche nach Nachfolge-Kandidaten. Diese müssen sich laut Satzung der Vollversammlung des Diözesankomitees zur Wahl stellen. Der Komitee-Vorstand betonte, man sei handlungsfähig, daher gehe Gründlichkeit vor Schnelligkeit.

Genn: Ohne solche Frauen wäre die Kirche ärmer

Bischof Felix Genn bedauerte den Rückzug der bisherigen Vorsitzenden und wünschte ihr Genesung. „Ich danke Notburga Heveling nicht nur als Bischof, sondern auch sehr persönlich“, sagte er. Hevelings Engagement und ihre Leidenschaft hätten auf viele Menschen ansteckend gewirkt. Er erinnerte auch an die intensive Zusammenarbeit beim Katholikentag.

Zwar seien Heveling und er nicht immer einer Meinung gewesen, seien sich aber „stets in hoher gegenseitiger Wertschätzung“ begegnet. Der Bischof betonte, ohne Frauen insgesamt und ohne Menschen wie Notburga Heveling „wäre unsere Kirche um vieles ärmer“.

Kolpingwerk äußert Bedauern

Auch Kolping-Diözesanvorsitzender Harold Ries und Geschäftsführer Uwe Slüter äußerten großes Bedauern über Hevelings Rücktritt. In einer Erklärung würdigten sie „ihr unermüdliches Engagement für die Stärkung des Laienkatholizismus“ und ihre ansteckende Begeisterung. Sie dankten ihr und wünschten baldige Genesung.

Es sei schade, dass Notburga Heveling nun den „Kulturwandel“ nicht mitgestalten könne, den die Bistumsleitung ausgerufen habe, „mit dessen Öffnung zu mehr Laienmitwirkung sowie Beteiligung von Frauen in kirchlichen Führungspositionen“.

Komitee vertritt 1,9 Millionen Katholiken

Das Diözesankomitee der Katholiken ist der Zusammenschluss der organisierten Laien auf Ebene des Bistums Münster. Ihm gehören Vertreter der Verbände, aus den Räten der Kreis-, Stadt- und Landeskomitees der Katholiken sowie weitere katholische Persönlichkeiten aus Kirche und Gesellschaft an.

Die Laienvertretung will nach eigenen Angaben „Stimme der Kirche“ in Politik und Gesellschaft sein; gleichzeitig will es innerkirchlich die Anliegen der Laien artikulieren und das kirchliche Leben mitgestalten. Das Bistum Münster zählt rund 1,9 Millionen Katholiken.