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Ehepaar aus Borken und Kölnerin gründen neuen Verein

Hilfe in Indien und Afrika: Engagierte finden sich über „Kirche+Leben"

Vor sechs Jahren lernten sie sich über „Kirche+Leben“ kennen – jetzt gründen sie gemeinsam einen Verein für indische und afrikanische Waisenkinder: Das Ehepaar Huvers aus Borken und die Kölnerin Jasmin Wollert.

Jasmin Wollert ist 37 Jahre alt und lebt als Sozialarbeiterin in Köln. Das Ehepaar Huvers aus Borken ist im Verein „Mtoto wa“ für Waisen in Tansania engagiert und liest gerne „Kirche+Leben“. Als diese 2014 über den Freiwilligeneinsatz von Jasmin Wollert für Aidswaisen auf Sansibar berichtete, stand für Edmund Huvers fest: „Diese engagierte junge Frau müssen wir mal für einen Vortrag einladen.“

Dabei war es dem 62-Jährigen Medienunternehmer egal, dass die junge Frau evangelisch ist und sich eigentlich für Menschen in Indien engagieren wollte: „Ich fand ihre Begeisterung spannend und es geht ja auch nicht um Konfessionen oder Länder, sondern darum, Menschen in Not zu helfen.“

Über die Jahre entstand eine Freundschaft zu der gebürtigen Ibbenbürenerin. 2019 hielt Jasmin Wollert auf Initiative von Maria Huvers vor den Borkener KFD-Frauen einen Vortrag. „Für mich klang das nach Fügung“, sagt die 37-Jährige, als sie nach Borken eingeladen wurde. Sie hatte auf einer Weiterbildung die indische Sozialarbeiterin und Christin Mona Lisa Nayak kennengelernt: „Aus einem Praktikum, dass ich 2013 in Indien geleistet habe, weiß ich, wie sehr Mädchen dort benachteiligt werden“, berichtet Wollert. „Darüber ist bei mir der Wunsch gewachsen, mehr zu tun.“ Doch ihr fehlte das Wissen darum, wie man einen solchen Verein aufzieht und das Startkapital.

Borkener boten Hilfe an

Die indische Sozialarbeiterin und Christin Mona Lisa Nayak (zweite von links) wird für den neuen Verein „Mana Foundation“ das geplante Schutzhaus leiten.
Die indische Sozialarbeiterin und Christin Mona Lisa Nayak (zweite von links) wird für den neuen Verein „Mana Foundation“ das geplante Schutzhaus leiten. | Foto: privat

Die Huvers' boten ihre Hilfe an und gründeten als Schwesternverein von „Mtoto wa“ gemeinsam mit Jasmin Wollert und fünf weiteren Engagierten aus Münster und Ibbenbüren die „Mana Foundation“. Das steht im Hebräischen für „Gottes Geschenk“. Der Verein tritt für die Rechte von benachteiligten Kindern ein und soll vor allem Mädchen im indischen Bundestaat Odisha (bis 2011 Orrissa) eine Perspektive schaffen.

„Ich freue mich, dass wir unsere Erfahrung weitergeben können“, sagt Edmund Huvers. „Auch wenn unsere Arbeit in Tansania nicht abgeschlossen ist, so können wir doch auf ein solides Jahr zurückschauen“, berichtet Maria Huvers.

Hilfe für Kinder

Eigentlich war im November eine Reise mit Jasmin Wollert zu dem Waisenhaus nach Tansania geplant: „Corona hat uns leider einen Strich durch die Rechnung gemacht“, so Edmund Huvers bedauernd. „Ich wollte mich dort um den Aufbau von Food Gardens kümmern“, berichtet Jasmin Wollert.

Diese Pflanz- und Gartenprojekte sind der 37-Jährigen besonders wichtig. Vor ihrem Studium zur Sozialarbeiterin hatte sie eine Ausbildung zur Gärtnerin mit einem Abschluss in Gartentechnik absolviert. Nutzgärten leisten einen bedeutenden Beitrag bei der Hilfe zur Selbsthilfe: „Wie können sich die Menschen vor Ort gesund ernähren und außerdem einen Alltag mit Struktur aufbauen?“ Das sei eine Vision der „Mana Foundation“: „Die Mädchen, um die wir uns in Indien kümmern möchten, sind von niemandem gewollt. Sie leben auf der Straße, leiden Hunger und sind willkürlicher Gewalt und Missbrauch ausgesetzt. Sie kennen kein Zuhause.“

Das Tun für andere Menschen als Gottes Auftrag verstehen

Solche Menschen sind es, für die sich Jasmin Wollert einsetzt: „Einige verstehen das vielleicht nicht, aber ich versuche, so gut es geht, mit Gott zu leben. Für mich ist das Tun für andere Menschen sein Auftrag“, sagt die junge Frau. „Das wichtigste Netzwerk besteht ja somit schon“, merkt Edmund Huvers an. Ohne Herzblut und Gottvertrauen gehe es nicht.

Jetzt sollen weitere Unterstützer gewonnen werden, die Patenschaften für Mädchen in Indien übernehmen. Ein Grundstück dort ist schon angezahlt. 30 Mädchen sollen in Zwei-Bett-Zimmern, mit Küche, einem Spielplatz und großem Gemüsegarten ein Zuhause finden: „Jedes Leben zählt und ist gleich wert. Auch wenn wir konfessionsoffen arbeiten wollen, soll Mana Foundation von christlichen Werten getragen sein“, lautet die Vision von Jasmin Wollert. Mit dem Bau des Schutzhauses soll bald begonnen werden.

Weitere Informationen im Internet: www.manafoundationev.org

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