Pfarrer Timo Weissenberg will dahin gehen, „wo die Menschen ihren Alltag verbringen“

Hochamt in der Maschinenhalle: Gemeinde in Roxel probiert Neues

Normalerweise sprühen in den Schäper-Hallen in Münster-Roxel die Funken, weil Fußballtore und andere Sportgeräte verschweißt werden. Am kommenden Sonntag sollen Funken ganz ohne die Maschinen überspringen, denn um 11 Uhr wird in der Produktionshalle Gottesdienst gefeiert: „Wir möchten als Gemeinde dort hingehen, wo die Menschen ihren Alltag verbringen. Wir wollen uns bewegen“, erklärt Pfarrer Timo Weissenberg von der Gemeinde St. Pantaleon die ungewöhnliche Location. „Wir wollen zeigen, dass der Glaube eine Botschaft fürs Leben ist. Er bereichert und vertieft es. Der Glaube ist keine Sonntagsfliege“, betont Pfarrer Timo Weissenberg.

Warum die Firmenchefin mitmacht

Dass sie ihr Firmengelände mitten in der Hochsaison der Produktion für einen Gottesdienst öffnen, ist nicht selbstverständlich. Aber Cornelia Hesse, die das Unternehmen zusammen mit ihrem Mann Josef führt, betont: „Seit der Erstkommunionvorbereitung unserer Kinder fühlen wir uns so sehr mit der Gemeinde verbunden, dass wir das Projekt gern unterstützen.“

So geht es vielen Familien, weiß Pfarrer Timo Weissenberg: „Wir möchten Kirche und Leben wieder mehr verbinden, nicht nur mit Gottesdiensten an ungewöhnlichen Orten. Der ganze Pastoralplan hat sich diesem Ziel verschrieben.“

Familienchor, Kinderkirche, Grillwürstchen

Wie viele zum Gottesdienst in die Schäper-Halle kommen, wissen Pfarrer Weissenberg und sein Orga-Team natürlich nicht. „Es geht ja gar nicht um die reine Anzahl. Ich freue mich, wenn Menschen kommen, die sonst nicht in der Kirche sind“, betont Weissenberg.

Mit Katja Biedermann hat er eine erfahrene Organisatorin an seiner Seite, die bereits viele Fäden gesponnen hat, damit der Gottesdienst zwischen manuellen Fräsen, Drehbänken und Standbohrmaschinen festlich wird. „Der Familienchor singt und die Kinderkirche wird in einem angegliederten Extra-Raum ebenfalls hier vor Ort sein“, freut Biedermann sich. Nach dem Gottesdienst sind alle eingeladen, bei Würstchen und Getränken noch zusammenzubleiben.