Ordensleiter weist Entscheidung des Erzbischofs von Indianapolis zurück

Homosexueller Lehrer – Jesuitenschule verliert Titel „katholisch“

Nach einem Streit über die Beschäftigung einer homosexuellen Lehrkraft, die eine zivile gleichgeschlechtliche Ehe eingegangen ist, hat der Erzbischof von Indianapolis, Charles Thompson, einer Jesuitenschule die Namensbezeichnung „katholisch“ entzogen. Laut einem Beschluss des Erzbistums, über den US-Medien am Freitag berichteten, wird die „Brebeuf Jesuit Preparatory School“ in Indianapolis künftig nicht mehr als katholische Einrichtung anerkannt.

„Um ein wirksamen Zeugnis von Christus abzulegen, müssen alle Lehrer, ob sie Religion unterrichten oder nicht, in ihrem beruflichen und privaten Leben die Lehre der katholischen Kirche vermitteln und unterstützen“, heißt es in einer Stellungnahme des Erzbistums. Bedauerlicherweise habe sich die Schule nicht an diese Vorgabe gehalten.

Einmischung des Bistums „beispiellos“

Grund für den Streit war die Bitte der Diözese an die Schulleitung, den Arbeitsvertrag einer Lehrkraft nicht zu verlängern, die in einer „Homo-Ehe“ lebt. Die Schule teilte mit, man habe das Ersuchen „respektvoll abgelehnt“. Die betroffene Lehrkraft unterrichte keine religiösen Inhalte, arbeite seit Jahren erfolgreich und sei „hochqualifiziert“. Die direkte Einmischung des Bistums in Personalangelegenheiten einer von einem Orden geführten Schule sei in den USA indes „beispiellos“.

Auch nach der Entscheidung des Erzbistums verstehe sich die Schule als eine „katholische Jesuitenschule“, schreibt Provinzial Brian G. Paulson in einer Stellungnahme. „Wir stellen mitunter fest“, schreibt er, „dass mit uns verbundene Menschen persönliche moralische Entscheidungen fällen, die von der Lehre der Kirche abweichen; wir tun unser Bestes, um ihnen dabei zu helfen, in der Heiligkeit zu wachsen, während wir alle geliebte Sünder sind, die Jesus folgen wollen.“