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Verlegung nach Rheine bereits zum 12. November

Ibbenbürener Frauenklinik schließt – SkF sieht „Katastrophe“

  • Die kurzfristige Schließung der Frauenklinik Ibbenbüren kritisiert der Sozialdienst katholischer Frauen.
  • Sie sei eine Katastrophe besonders für „Familien, die nicht auf Rückhalt durch Angehörige und Freundeskreis zurückgreifen können“.
  • Der Klinikträger begründet den Schritt mit Personalmangel und fehlender Patientensicherheit.
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Die kurzfristige Schließung der Frauenklinik Ibbenbüren zum 12. November kritisiert der örtliche Sozialdienst katholischer Frauen (SkF). Sie sei eine Katastrophe besonders für „Familien, die nicht auf Rückhalt durch Angehörige und Freundeskreis zurückgreifen können“, erklären SkF-Vorsitzende Bärbel Lehmann und Geschäftsführerin Barbara Kurlemann in einer Mitteilung.

Eine Fahrzeit von bis zu 40 Minuten zur nächsten Frauenklinik verstoße zwar nicht gegen geltendes Recht. Sie sei aber eine „ziemliche Hürde“, die „große Unsicherheit“ bei werdenden Müttern auslöse.

 

Krankenhausträger: Personalmangel – Betrieb nicht mehr sicher

 

Die Stiftung Mathias-Spital Rheine, Trägerin des Klinikum Ibbenbüren, verlegt die dortige Frauenklinik in ihr Klinikum Rheine. Dem Krankenhaus Ibbenbüren fehle es „an ärztlichen Mitarbeitenden und angestellten Hebammen“, hieß es.

Im Sinn der Patientensicherheit sei der Schritt unausweichlich, ein „ordnungsgemäßer Betrieb“ sei nicht mehr sichergestellt. Mehrere Gespräche mit „den Hebammen unter Beteiligung der Mitarbeitervertretung“ in Ibbenbüren hätten keine andere Lösung erbracht. Auch eine intensive Suche nach zusätzlichem Personal sei „nicht erfolgreich“ verlaufen.

 

SkF fordert neue Ideen für wohnortnahe Versorgung

 

Der SkF erklärt, die Begründung Personalmangel sei nachvollziehbar, aber „kurzsichtig gedacht“. Er rief den Krankenhausträger auf, neue Ideen für eine wohnortnahe Versorgung zu entwickeln. Dabei hätten Politik und Bevölkerung schon früher „mit einbezogen werden können – oder sogar müssen“.

Die Stiftung Mathias-Spital will den Mitarbeitenden neue Jobs in Einrichtungen der Stiftung anbieten. Vorstandsvorsitzender Dietmar Imhorst betont, die Schließung sei rein personell bedingt, „wirtschaftliche Gründe spielen keine Rolle“.

 

Ambulantes Angebot in Ibbenbüren?

 

Laut Krankenhausträger sinken die Geburtenzahlen im Klinikum Ibbenbüren seit Jahren, 2021 werde es wohl nur noch 480 geben. Der Gemeinsame Bundesausschuss in der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen habe festgelegt, eine Gynäkologie und Geburtshilfe müsse innerhalb von 40 Auto-Fahrzeitminuten erreichbar sei. Von Ibbenbüren aus kämen das Klinikum Rheine, das Klinikum Osnabrück und das Marienhospital Osnabrück infrage.

Die Stiftung Mathias-Spital kündigt Gespräche an, um ein beratendes und ambulantes Angebot am Klinikum Ibbenbüren zu erhalten. Der SkF indes betont, nicht nur seiner Ansicht nach zähle eine gynäkologische Abteilung „zur gesundheitlichen Grundversorgung einer Stadt wie Ibbenbüren“.

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