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Die Nachfrage nach Praktika und Azubi-Stellen wachse, der Beruf werde vielfältiger. Was das mit den Kirchen zu tun hat.
Das Interesse am Bestatterberuf wächst. Das betreffe sowohl Praktikumsanfragen als auch die dreijährige Ausbildung zur Bestattungsfachkraft, die derzeit bundesweit etwa 1.000 Menschen absolvieren, teilt der Bundesverband Deutscher Bestatter der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) mit.
Der Nachwuchs sei "voller Frauenpower": 2024 seien 59 Prozent der Auszubildenden weiblich gewesen, im Jahr zuvor 57 Prozent. Den Zuspruch führt der Fachverband auf den Wunsch nach Sinnhaftigkeit im Beruf zurück, der in den Jahrgängen ab etwa 1980 besonders stark ausgeprägt sei.
Was Bestatter heute leisten
"Die Bestattungsbranche hat ihr Leistungsspektrum in den letzten Jahren immens erweitert - nicht nur verursacht durch den Rückzug der Kirchen", heißt es. Bestatterinnen und Bestatter seien heute "Administratoren, Trauerredner, Seelsorger, Gestalter, Projekt-, Event- und Locationmanager. Sie kümmern sich um den digitalen Nachlass bei Facebook und Co." Das sei kaum mit den Aufgaben von vor 30 oder 40 Jahren vergleichbar.
Es brauche eine geregelte Qualifikation für das Handwerk, Bestatterinnen und Bestatter leisteten aber mehr, erklärt Verbandspräsident Ralf Michal: "Sie begleiten Angehörige im Trauerfall und organisieren professionell alle Abläufe bis zur Beisetzung und darüber hinaus."
"Hohe Verantwortung"
Auf seiner Internetseite stellt der Bundesverband Anforderungen an den Beruf dar: Neben der Beisetzung umfasse dies etwa die Beratung über verschiedene Bestattungsformen, die hygienische und kosmetische Versorgung der Verstorbenen, die Organisation von Trauerfeiern, die Überführung Verstorbener, die Erledigung von Formalitäten und Trauerdrucksachen sowie Beratung zur Bestattungsvorsorge.
Der Beruf gehe "mit einer besonderen Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit, den Verstorbenen und deren Angehörigen einher". Es sei daher "bedenklich, dass nahezu jeder trotz fehlender Eignung Bestatter werden kann". Selbstständige Bestatter brauchen bislang weder eine Eignungsprüfung noch einen Meistertitel. Die Praxis erfordere jedoch profundes Wissen und eine solide Ausbildung.