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Themenwoche zum Ende der Wallfahrtssaison (3) - Wallfahrtsort Mutter Anna in Breischen

In Hopsten war der Kapellenplatz die Rettung in der Corona-Zeit

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Das Bistum Münster ist Pilgerbistum. Wie hat Corona die diesjährige Wallfahrtssaison geprägt, die allmählich zu Ende geht? Kirche-und-Leben.de hat bewusst in den kleinen Wallfahrtsorten nachgefragt und stellt die Ergebnisse in einer Themenwoche vor. Diesmal: Die Wallfahrtskapelle in Hopsten-Breischen.

Die Bauerschaft Hopsten-Breischen im Tecklenburger Land verfügt über einen besonderen Anziehungspunkt: die Wallfahrtskapelle der Mutter Anna mit Wurzeln bis 1694 nebst Kapellenplatz und Kreuzwegpark. Viele Pilger kommen allein oder in kleinen Gruppen, zünden in der Kapelle eine Kerze an und setzen sich draußen auf eine der Bänke.

„Der Wallfahrtsort zieht die Menschen an. Auch viele Auswärtige kommen“, sagt der Hopstener Pfarrer Christoph Klöpper. Die Zahl der Wallfahrer habe zwar abgenommen, so Klöpper. Aber der Kapellenplatz, der fast 50 Jahre besteht, sei zum Zentrum der Wallfahrt und des Glaubens geworden und habe als Gottesdienstort an Bedeutung gewonnen.

 

Kapellenplatz wird auch zum Hochzeitsplatz

 

Zu Coronazeiten war er die Rettung: Nicht nur Gottesdienste zu besonderen Anlässen wie zum Caritas-Sonntag oder zur Bezirkswallfahrt der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung wurden dorthin verlagert, auch die Vorabendmessen wurden bis Ende September auf den Kapellenplatz verlegt, der mit seinen großen Schirmen auch Schutz bei Regen bietet. Für die 200 Sitzplätze sorgten die örtlichen Schützenvereine.

Nicht selten mussten noch Bänke nachgeholt werden, damit alle Menschen Platz hatten: „Die Pandemie hat gezeigt, dass der Wallfahrtsort mit dem Freiluftplatz durch neue Angebote gewonnen hat“, freut sich Pfarrer Klöpper. Hochzeiten konnten dort gefeiert werden, ebenso wie die Abschlussgottesdienste aller Schulformen in Hopsten. Auch Beerdigungsmessen gab es dort.

Massive Auswirkungen hatte die Pandemie auf die Anna-Woche, eine traditionsreiche Festwoche zu Ehren der Mutter Marias. Anna wurde verehrt als Patronin der Handelsleute (Tüötten) aus dem 17. Jahrhundert und als Schutzpatronin der Familien.

 

2021 wieder 1.500 Pilger zur Anna-Woche - halb so viel wie zuvor

 

Pfarrer Christoph Klöpper auf dem Kapellenplatz.
Pfarrer Christoph Klöpper. | Foto: Marianne Sasse.

Vor Corona kamen mehr als über 3.000 Pilger allein zur jährlichen Anna-Woche, sagt Pfarrer Klöpper. Rund 1.000 Menschen kommen normalerweise zum Abschlussgottesdienst auf dem Kapellenplatz, eine Größenordnung, die die kleine Kapelle nicht fassen würde.

Anders sah es in den beiden Coronajahren aus. „Im ersten Coronajahr war lange ungewiss, ob es überhaupt eine Wallfahrtswoche geben würde“, erinnert sich der Pfarrer. Verschiedene Gruppen wie die Katholische Frauengemeinschaft und die Kolpingsfamilie bereiteten ein Alternativprogramm vor. Für Senioren wurde eine Messe in plattdeutscher Sprache angeboten, erstmals gab es einen ökumenischen Gottesdienst. 2020 machten sich im Laufe der Woche rund 700 Pilger auf den Weg zu Mutter Anna. Die Abschlussmesse feierten 300 Menschen mit.

Traditionell kommt ein Prediger für die gesamte Woche. In diesem Jahr war das Jahr Pfarrer Michael Ostholthoff aus Haltern. „Es kamen wieder mehr Pilger als im Jahr zuvor“, so Pfarrer Klöpper. Er schätzt die Zahl für 2021 auf 1.500 während der offiziellen Wallfahrtswoche.

 

Neue Ideen für die Anna-Woche

 

Und die Anna-Kapelle? In ihr brennen nahezu täglich Opferkerzen, obwohl dort in der Pandemie gar keine Gottesdienste stattfinden. In der Coronazeit seien besonders viele Kerzen entzündet worden, gerade auch zu Beginn der Pandemie, so der Pfarrer. Auch Gebetszettel, die die Kirchengemeinde auslegte, waren rasch vergriffen.

Wie es mit der Wallfahrtswoche weitergeht, weiß Klöpper noch nicht genau. „In Zukunft wird man sich wahrscheinlich von der traditionellen Art verabschieden müssen. Schon, weil es immer schwieriger wird, einen Prediger für eine Woche zu finden, und auch, weil das traditionelle Konzept die Kreativität eher einschränkt.“

Der Pfarrer kann sich in der Anna-Woche ein Angebot unterschiedlicher Gottesdienstformen geben, wie es auch im Alternativprogramm 2020 entstanden sei. Kirchliche Gruppen könnten dann in die Vorarbeit eingebunden werden.

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