Langjähriger Einsatz Ehrenamtlicher führt zum Ziel

In Ibbenbüren entsteht das erste Hospiz im Tecklenburger Land

  • In Ibbenbüren entsteht derzeit ein stationäres Hospiz – es wird das zweite im Kreis Steinfurt sein.
  • Einmalig im Bistum Münster sei, dass sich sieben Gesellschafter aus dem Wohlfahrtsbereich für das Projekt zusammenschließen, betont Geschäftsführer Wolfgang Flohre.
  • Spendenaktionen von Privatpersonen, „Garagenflohmärkte“, Benefizkonzerte und Firmensponsoring zeigen, dass das Hospiz in der Gesellschaft viel Zuspruch findet.
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Die Warteliste für die zehn Plätze im Emsdettener Hospiz „Haus Hanna“ ist lang. Es ist das einzige stationäre Hospiz des Kreises Steinfurt. Nun wird in Ibbenbüren ein zweites stationäres Hospiz gebaut – auch dank vieler Ehrenamtlicher. Mit Beharrlichkeit und Tatkraft engagieren sich Bürger aus Ibbenbüren und umliegenden Kommunen seit einigen Jahren dafür, das „Hospizhaus Tecklenburger Land“ in der Region zu errichten.

„Dass sich sieben Gesellschafter aus dem Wohlfahrtsbereich zusammenschließen, ist in der Diözese Münster einmalig und beweist gelebte Ökumene“, betont Geschäftsführer Wolfgang Flohre. Die Planung und Bauleitung des Gesamtkomplexes „Haus Elisabeth am See“, in das das Hospiz eingebettet wird, liegen in den Händen des Architekturbüros Borowski & Sasse GmbH aus Hörstel-Dreierwalde. 2017 unterzeichneten Vertreter des Hospizvereins Ibbenbüren, des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Tecklenburg, des Caritasverbandes, des Sozialdienstes katholischer Frauen, der Stiftung Evangelische Kirche, der Bürgerstiftung Tecklenburger Land sowie der Stiftung St. Elisabeth-Hospital als Investor den Vertrag.

Viele Spender aus der Region für erstes Hospiz im Tecklenburger Land

Der künftige Bauplatz. | Foto: Brigitte Striehn
Der künftige Bauplatz. | Foto: Brigitte Striehn

Seit den ersten Schritten findet der Aufbau eines stationären Hospizes breite Unterstützung in der gesamten Region. Spendenaktionen von Privatpersonen, „Garagenflohmärkte“, Benefizkonzerte und Firmensponsoring helfen bei der Finanzierung. So hat beispielsweise das musikalische „TrioM“ bei Konzerten und durch den Verkauf ihrer Weihnachts-CD in den letzten Jahren viele Spenden gesammelt.

Das Hospizhaus, fußläufig zwischen Stadtzentrum und dem Aasee gelegen, ist für Menschen der gesamten Region gedacht und offen für alle Erwachsenen - über Grenzen von Nationalität, Geschlecht, sexueller Orientierung oder Religion hinaus.

Räumlichkeiten für Besucher, für das ambulante Hospiz sowie den Palliativmedizinischen Konsiliardienst des Kreises Steinfurt (PKD) ergänzen das Angebot von Beratung, Betreuung und Fürsorge. Im Erdgeschoss werden zehn Einzelappartements eingerichtet, mit eigenem Duschbad, Terrasse, Internetanschluss, Fernseher und Telefon. Die hauptamtliche Pflegedienstleiterin Miriam Püschel aus Osnabrück nimmt ihre Tätigkeit zum Juni diesen Jahres auf. In der dritten Etage entstehen Wohnungen, die bereits jetzt von Interessenten nachgefragt werden.

Wohnen und Pflege bis zuletzt unter einem Dach

Wolfgang Flohre, Geschäftsführer der „Hospizhaus Tecklenburger Land gGmbH“, freut sich über den Fortgang der Arbeiten trotz Corona-Krise. | Foto: Brigitte Striehn
Wolfgang Flohre, Geschäftsführer der „Hospizhaus Tecklenburger Land gGmbH“, freut sich über den Fortgang der Arbeiten trotz Corona-Krise. | Foto: Brigitte Striehn

In Ibbenbüren widmet sich der Hospizverein seit 25 Jahren dem Anliegen, im privaten Wohnumfeld, in Krankenhäusern oder Senioreneinrichtungen kompetent und mit Herzenswärme auf die Bedürfnisse todkranker Menschen einzugehen. Wenn Sterben zu Hause nicht möglich ist, kann die Aufnahme in ein stationäres Hospiz erfolgen. Über den Einzug entscheiden die behandelnden Ärzte, die ihre Patienten dort weiter betreuen.

Die Idee der Hospizbewegung rückt seit einiger Zeit immer stärker ins Licht der Öffentlichkeit. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, schwerstkranke Menschen in der letzten Lebensphase liebevoll zu umsorgen und mit ihnen das letzte Stück eines oft schweren Weges zu gehen. Bis heute sieht sie sich in der Tradition derjenigen Herbergen (lateinisch hospitium), die ab dem Ende des vierten Jahrhunderts nach Christus entlang der Pilgerrouten entstanden. Hospizbegleiter tragen auf unterschiedlichen Betätigungsfeldern zu einer guten Lebensqualität bei und erleichtern das Abschiednehmen am Ende.

Spenden in Höhe von 200 000 Euro jährlich nötig

Für die Gäste ist die Unterbringung in der Regel kostenfrei. Die Finanzierung erfolgt zu 95 Prozent von der gesetzlichen Krankenkasse und der Pflegeversicherung. Etwa 200.000 Euro pro Jahr muss die Trägergesellschaft durch Spenden aufbringen. „Durch konkrete Verhandlungen bin ich mir sicher, dass dies langfristig gelingen wird“, erklärt Wolfgang Flohre. Die Corona-Pandemie hat zwar den geplanten Spatenstich in großer Runde verhindert, der Termin für die Eröffnung im Juni 2022 bleibt jedoch bestehen. Nähere Informationen werden auf der Homepage www.hospizhaus-tecklenburger-land.de veröffentlicht.

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