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Pfarrei St. Gudula trennt sich von Kirche „Zur Heiligen Familie“

In Kirche in Rhede Apartments für Menschen mit Behinderung geplant

  • Die Pfarrei St. Gudula Rhede plant die Umnutzung der Kirche „Zur Heiligen Familie“.
  • Im Gebäude sollen Apartments für Menschen mit Behinderung entstehen.
  • Die letzte Entscheidung fällt der Kirchenvorstand am 15. Februar.
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Die Pfarrei St. Gudula Rhede trennt sich von ihrer 1958 errichteten Kirche „Zur Heiligen Familie“. In dem Kirchengebäude, das Weihnachten 2021 profaniert (entweiht) werden soll, möchte die Bischöfliche Stiftung Haus Hall mit Sitz in Gescher Wohnungen für Menschen mit Behinderung einrichten.

Entsprechende Pläne haben Vertreter der Pfarrei und der Stiftung vorgestellt. Sollte der Kirchenvorstand am 15. Februar zustimmen, wird das Gebäude im März 2022 an die Stiftung übergeben.

Ambulant betreutes Wohnen für 16 Menschen

Nach Angaben von Thomas Bröcheler von Haus Hall sollen 14 bis 16 Apartments für geistig, psychisch und körperlich behinderte Erwachsene entstehen. Diese werden im Rahmen von ambulant betreutem Wohnen von der Stiftung Haus Hall begleitet.

Dass die Kirche „Zur Heiligen Familie“ umgenutzt werden soll, kommt nicht überraschend. Bereits im November 2017 hatte die Pfarrei in ihrem lokalen Pastoralplan beschlossen, das Gotteshaus als sakralen Raum aufzugeben.

Entscheidung einer Kirchenumnutzung fiel 2017

Wie das Gebäude einmal aussehen soll, zeigt der Entwurf des mit dem Umbau betrauten Architekturbüros Leson aus Bocholt. | Grafik: Architekturbüro Leson/Bocholt
Wie das Gebäude einmal aussehen soll, zeigt der Entwurf des mit dem Umbau betrauten Architekturbüros Leson aus Bocholt. | Grafik: Architekturbüro

„Diese Entscheidung wurde mit großer Mehrheit getroffen, ist aber allen Gremienmitgliedern nicht leichtgefallen, weil wir wissen, dass es viele Gemeindemitglieder gibt, die in der Kirche Zur Heiligen Familie eine Anlaufstelle für ihr Glaubensleben gefunden haben“, sagt Pfarrer Thorsten Schmölzing.

Den Gremien und den meisten Gemeindemitgliedern sei aber klar gewesen, dass die Kirche nicht dauerhaft zu halten sei. „Wir müssen uns eingestehen, dass es uns als Glaubensgemeinschaft vor dem Hintergrund zurückgehender Gottesdienstbesucher und angesichts eines kleiner werdenden Seelsorgeteams künftig nicht mehr gelingen wird, alle unsere Kirchen mit liturgischem Leben zu füllen“, so der Pfarrer.

Gebäude soll „nicht erinnerungslos verschwinden“

Bei der Suche nach einem Partner für die Umnutzung der Kirche hatte der Pastoralplan Kriterien festgelegt. So solle das Gebäude „nicht erinnerungslos verschwinden“, hieß es. „Das Kirchengebäude ist erhaltenswert, auch wenn es einem anderen Nutzen zugeführt wird.“ Festgeschrieben wurde auch, einen sozialen Zweck zu verfolgen und möglichst einen kirchlichen Träger zu gewinnen.

„Mit der Stiftung Haus Hall haben wir einen Partner gefunden, mit dem wir alle drei Aspekte verwirklichen können. Darum können wir ihr mit einem guten Gefühl unsere Kirche anvertrauen, damit sie dort kirchliches Leben in Form von karitativem Tun für Menschen mit Behinderung gestaltet“, sagt Schmölzing.

Kirchliche Gremien vom Konzept überzeugt

Vom Konzept ist auch der Vorsitzende des Pfarreirats, André Laigre, angetan: „Mit der Stiftung Haus Hall haben wir einen idealen Partner gefunden. Das Nutzungskonzept und die Umbaupläne haben die Mitglieder im Pfarreirat und im Kirchenvorstand voll überzeugt.“

Für Schmölzing ist die soziale Komponente der Weiternutzung wichtig. Vor seiner Priesterweihe war der Seelsorger einige Zeit Sozialarbeiter in der Behindertenhilfe. „Vor diesem Hintergrund bin ich auch von dem pädagogischen Ansatz des ambulant betreuten Wohnens in einem Apartmentgebäude begeistert.“

Gemeindemitglieder können Vorschläge einreichen

Die Pfarrei St. Gudula möchte, dass sich Gemeindemitglieder zu den Überlegungen äußern können, bevor im Kirchenvorstand abgestimmt wird. Weil angesichts der Corona-Lage keine Pfarrversammlung möglich ist, können Gemeindemitglieder an vier Terminen im Pfarrheim neben der Kirche „Zur Heiligen Familie“ Baupläne einsehen und mit Kirchenvorstandsmitgliedern sprechen: am Samstag, 30. Januar, von 10 bis 12 und 16 bis 19 Uhr, am Sonntag, 31. Januar, von 8.30 bis 10 Uhr und am Montag, 1. Februar, von 19 bis 21 Uhr.

Die Pläne sehen vor, den Innenraum der Kirche komplett neu zu gestalten mit einem Erdgeschoss und einem Ober- und Dachgeschoss. Im Außenbereich wird vieles bleiben, was den Charakter des Gebäudes ausmacht. Das Kirchenschiff wird in seinem Grundriss nicht verändert. Dagegen sollen die Taufkapelle und der Kirchturm zurückgebaut werden.

Über Finanzierung und Kosten möchten der Kirchenvorstand und die Stiftung Haus Hall informieren, wenn die Verhandlungen abgeschlossen sind.

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