Europaweite Aktion am 21. September

In Pfarreien läuten Glocken für Frieden – Bischöfe zurückhaltend

Pfarreien im Bistum Münster entscheiden selbst, ob sie sich am europaweiten Glockenläuten für den Frieden am 21. September beteiligen. Das ergab eine Anfrage von „Kirche-und-Leben.de“ bei der Bischöflichen Pressestelle. Dort ist bisher keine einheitliche Anweisung an die Pfarreien bekannt. Allerdings stehen die katholischen deutschen Bischöfe der Aktion zurückhaltend gegenüber.

Am 21. September, dem Friedenstag der Vereinten Nationen, sollen von 18 Uhr bis 18.15 Uhr kirchliche und säkulare Glocken in ganz Europa als Zeichen für den Frieden läuten. Dies ist Teil des Europäischen Kulturerbejahrs, das die EU-Kommission ausgerufen hat. Das Glockenläuten wird unter anderem vom Deutschen Städtetag und vom Nationalkomitee für Denkmalschutz unterstützt.

Warum die Bischöfe zurückhaltend sind

Die Deutsche Bischofskonferenz steht dem Läuten zurückhaltend gegenüber. Sie verweist auf einen Beschluss vom 24. August 2015. Im Ständigen Rat verständigten sich die Ortsbischöfe darauf, „von überdiözesanem Geläut aus historischem oder politischen Anlass generell abzusehen“.

Die Bischöfe wollen den Zusammenhang zwischen dem Läuten von Kirchenglocken und dem „gottesdienstlichen Leben der Kirche nicht schwächen“. Zudem fürchten sie, wenn einmal von dieser Linie abgewichen werde, sei es schwierig, bei weiteren Anlässen abzulehnen.

Notiz im Amtsblatt im Bistum Münster

Im Frühjahr hatten Organisationen in Pressemitteilungen behauptet, die Bischofskonferenz unterstütze das Glockenläuten. Deshalb habe die Bischofskonferenz am 9. März einen Brief an alle Bischöfe gesandt, „in dem wir auf den Beschluss des Ständigen Rats hinweisen“, sagte der Sprecher der Bischofskonferenz, Matthias Kopp, zu „Kirche-und-Leben.de“.

Im Bistum Münster informierte darüber eine Notiz im Kirchlichen Amtsblatt Nr. 7 vom 1. April (Artikel 95). Eine bistumsweite Anweisung ist damit nach derzeitigen Erkenntnissen nicht verbunden.

Wer sich im Bistum beteiligen will

Die Bischofskonferenz selbst weist auf eine „Hintertür“ ihres Beschlusses hin: Wenn Pfarreien am 21. September um 18.15 Uhr Friedensgebete halten, können sie dafür natürlich ab 18 Uhr mit Geläut einladen. In diesem Fall würden die Glocken ja aus Anlass eines Gottesdienstes läuten.

Im Bistum Münster wollen sich mehrere Pfarreien am Glockenläuten für den Frieden beteiligen. Einige haben sich im Internet in eine Liste des Bonifatiuswerks der deutschen Katholiken eingetragen. Unter www.herkunft-hat-zukunft.de/glockenläuten finden sich St. Matthias Duisburg (18.15 Uhr Gottesdienste in Friemersheim und Rumeln), St. Marien Friesoythe (ökumenischer Gottesdienst an der Friedensglocke im Stadtpark geplant), St. Agatha Gronau-Epe (18.15 Uhr Friedensgebet) und St. Katharina Lindern.

Glocken bekannter Kirchen läuten mit

Einen Aufruf zur Teilnahme gibt es auch in der Friedensstadt Münster. Ihn haben die Stadtverwaltung, das katholische Stadtdekanat und der evangelische Kirchenkreis verbreitet.

Laut Mitteilung des Bonifatiuswerks stimmen die Glocken bekannter Kirchen in das Läuten ein. Es nennt die katholischen Bischofskirchen in Bamberg, Freiburg und Köln, den katholische Wormser Dom und die evangelische Frauenkirche in Dresden.