Ostergarten in St. Antonius

In Recklinghausen führt ein Hauptmann durch die Passion

Es ist ein Kommen und Gehen im Pfarrheim von St. Antonius im Süden von Recklinghausen. „Tauchen Sie ein mit Naina, dem römischen Hauptmann, und einem Menschen der Gegenwart, um die letzten Tage Jesu zu erspüren.“ Mit diesen Worten begrüßt Christa Döing eine neue Gruppe, die sich im Pfarrheim einfindet, um den Ostergarten zu erleben.

Besucht werden kann der Ostergarten nur im Rahmen einer Führung. Am Gründonnerstag (29. März) sind sie von 10 bis 16 Uhr, am Karfreitag (30. März) von 10 bis 14 Uhr und von 17 bis 20 Uhr. Anmeldungen nimmt Christa Döing entgegen, Tel. 02361/36633. Der Eintritt beträgt für Erwachsene drei Euro, für Kinder und Jugendliche einen Euro. Der gesamte Erlös geht an wohltätige Zwecke.

Mehr als hundert Führungen gibt es in diesen Tagen. Viele Gruppen, Vereine, Verbände, Schulklassen und Kindergärten haben sich schon vor Wochen angemeldet, um eine Führung zu bekommen. Sie beginnt immer zur vollen Stunde und dauert etwa 45 Minuten.

150 Helfer bei der Vorbereitung

Die Besucher kommen aus dem ganzen Münsterland, dem Ruhrgebiet, aus dem Sauerland und dem Rheinland. „Wir sind schon sehr bekannt“, sagt Christa Döing, die die Anfragen der Gruppen entgegennimmt.

Um einen Ostergarten in dieser Größenordnung zu gestalten, braucht es viele helfende Hände. Mehr als 150 Ehrenamtliche beteiligen sich daran – etwa im Bautrupp, in der Textgruppe, im Service des Cafetonius, wie das Café im Pfarrheim genannt wird, oder als Kuchenbäcker. „Allen ist es ein Bedürfnis, den Besuchern die letzten Tage Jesu und die Osterbotschaft näher zu bringen“, sagt Döing.

Ein Drama, das betroffen macht

Mächtig stolz auf die große Gruppe der Ehrenamtlichen ist Pfarrer Aloys Wiggeringloh: „Wir möchten den Besuchern Hoffnung schenken. Das können wir nur, weil so viele aus der Gemeinde mitmachen.“ Auch Pastoralreferentin Angela Bulitta ist angetan vom Engagement und den Darstellern: „Wir sind froh, alle zwei Jahren den Ostergarten auf die Beine stellen zu können.“ Etwa 1500 Interessierte kämen ins Pfarrheim im König-Ludwig-Viertel.

Wer den Ostergarten besucht, erlebt die Geschichte der letzten Tage Jesu als ein Drama, das nachdenklich und betroffen macht: Es zeigt menschliches Leben in seinen Höhen und Tiefen. Es verkündet die Größe Gottes, der dieses Geschehen in seinem Sohn erleidet und damit einen Weg der Befreiung und Erlösung geht.

Begehbare Räume

Der Ostergarten, wie er in St. Antonius 2010 erstmals aufgebaut wurde, erstreckt sich auf begehbare Räume, in denen die Passionsgeschichte in verschiedenen Szenen mittels Kulissen, Requisiten sowie akustischen und optischen Elementen dargestellt wird und dort vom Betrachter mit allen Sinnen miterlebt werden kann. Kostümierte Zeitgenossen Jesu wie der römische Hauptmann Naina, der am Kreuz die Worte sprach „Wahrlich, Gottes Sohn!“, führen symbolisch durch die Ausstellung.

Die Szenen reichen vom Einzug in Jerusalem bis zu dem Tag, an dem der Auferstandene zwei Jüngern auf dem Weg nach Emmaus erscheint. Einer von ihnen ist Cleophas, auch er kommt im Ostergarten zu Wort.