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Missio Österreich sieht erneute "Schikane gegen Christen"

Indien verbietet Spenden für Mutter-Teresa-Schwestern

  • Die indische Regierung hat ein Spendenverbot für die von der heiligen Mutter Teresa gegründete Hilfsorganisation "Missionaries of Charity"verhängt.
  • Demnach dürfen die Schwestern kein Geld mehr aus dem Ausland erhalten.
  • Missio Österreich wertet das Verbot als erneute "Schikane gegen Christen".
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Die indische Regierung hat ein Spendenverbot für die von der heiligen Mutter Teresa gegründete Hilfsorganisation "Missionaries of Charity" (Missionarinnen der Wohltätigkeit) verhängt. Nach der am Montag bekanntgewordenen Entscheidung dürfen die Missionaries of Charity kein Geld mehr von ausländischen Gebern erhalten. Zur Begründung hieß es, dass die Hilfsorganisation die "Eignungskriterien" dafür nicht mehr erfülle. Der Frauenorden betreibt in ganz Indien Unterkünfte für Arme und Obdachlose. Der Zeitung "The Hindu" zufolge erhielt der Orden im Haushaltsjahr 2020/21 aus dem Ausland 750 Millionen US-Dollar (662 Millionen Euro).

Der Direktor des kirchlichen Hilfswerks Missio Österreich, Karl Wallner, nannte die Entscheidung "nicht unerwartet". Es sei das Ergebnis der hindunationalistischen Politik des amtierenden Premierministers Narendra Modi, die mit einer "atemberaubenden Christenfeindlichkeit" einhergehe, sagte Wallner der Presseagentur Kathpress (Dienstag).

"Viele Schikanen gegen Christen"

Die Entscheidung der Regierung füge sich ein in eine Reihe von "vielen Schikanen gegen Christen" seit Jahren, so Wallner. Indien rangiert auf dem Index der Christenverfolgung des Hilfswerks Open Doors mittlerweile unter den ersten zehn Ländern, noch vor Saudi-Arabien, dem Irak oder Syrien. Wallner sagte, der Westen sei gegenüber Indien "auf einem Auge blind und agiert naiv".

Seit dem Wahlerfolg des Hindu-Nationalisten Modi 2014 würden Christen und andere religiöse Minderheiten in dem Land systematisch unterdrückt und seien Schikanen ausgesetzt, sagte der Missio-Direktor. Für ein Schwellenland wie Indien sei dieses Vorgehen nicht zu rechtfertigen und entspreche in keiner Weise westlichen Standards in Bezug auf Religionsfreiheit.

Missio: Dramatische Folgen für betroffene Menschen

Gerade den Mutter-Teresa-Schwestern könne man sicher nicht vorwerfen, missionarisch tätig zu sein, sagte Wallner. Der Orden sei in erster Linie karitativ tätig und unterstütze die Ärmsten. Doch schon dieser Umstand sei "der Regierung offensichtlich ein Dorn im Auge".

Dramatisch sei das in erster Linie für die betroffenen Menschen, die im vorherrschenden Kastenwesen ohne die Mildtätigkeit von Hilfsorganisationen keine Chancen hätten. So werde ein großer Schaden angerichtet, der "letztendlich auch die eigenen Leute treffen wird", sagte Wallner. Denn die Einrichtungen der Schwestern spielten angesichts ihrer Größe eine nicht zu unterschätzende Rolle bei der Versorgung vieler Menschen in Not.

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