Gründung wird am 22. Oktober gefeiert

Indische Karmeliter gründen Kloster in Vreden-Zwillbrock

Da die neuen Seelsorger, Pater John und Pater Freni, schon vor einigen Tagen ins frühere Pfarrhaus in Vreden-Zwillbrock eingezogen sind, wurden sie spontan von Frauen des Orts zum Frühstück eingeladen. Das kam den beiden Patres gut aus, denn ihnen fehlten noch die Kaffeefilter zum Frühstück. So ergab sich die Gelegenheit, sich kennen zu lernen.

Pater John und Pater Freni berichteten von ihren bisherigen Tätigkeiten in der Seelsorge und freuen sich nun auf das neue Zuhause in dem Ort an der niederländischen Grenze, in dem sie herzlich willkommen sind.

Seelsorgeteam wird verstärkt

„Wir freuen uns, dass eine Gemeinschaft von indischen Karmelitern dort ein neues Kloster gründet“, sagt Dechant Guido Wachtel. Pater Freni Karaluthara Kunjachan und Pater John Babu Puthenparambil Francis werden mit der Klostergründung auch das Seelsorgeteam in Vreden verstärken.

Nach dem Weggang von Bruder Hubert Müller von der Gemeinschaft der Canisianer im Januar, der in den letzten beiden Jahrzehnten den Ort und die Barockkirche prägte, hatten der Freundeskreis Barockkirche und die Pfarrei St. Georg gemeinsam mit Hilfe des Bischöflichen Generalvikariates nach einer neuen Perspektive für Kirche und Pfarrhaus gesucht. Sie erstellten einen Werbebrief, den sie an Ordensgemeinschaften schickten.

Werbebrief an Ordensgemeinschaften

Eine Gruppe von Zwillbrocker Frauen.
Eine Gruppe von Zwillbrocker Frauen begrüßte als erste Pater John (links im Bild) und Pater Freni (rechts). | Foto: Sandra Lentfort

Vor einigen Monaten meldeten sich dann die indischen Karmeliter bei Bischof Felix Genn und bekundeten Interesse, ein Kloster in Zwillbrock zu gründen. Pater Freni und Pater John sind schon seit mehreren Jahren in Dortmund und Werl in der Seelsorge tätig. Später wird vielleicht ein dritter Mitbruder aus Indien dazukommen.

Die Neugründung des Karmeliterklosters wird am 300. Jahrestag der Grundsteinlegung eines Franziskaner-Klosters in Zwillbrock begangen. Im Oktober 1717 legte Fürstbischof Franz Arnold von Wolff-Metternich zur Gracht den Grundstein zur Kirche des Zwillbrocker Minoritenklosters, woran bis heute eine Inschrift neben dem barocken Hochalter erinnert.

Historische Klosteranlage

Seitdem ist die Barockkirche durch alle Wechsel der Zeit- und Kirchengeschichte ein Ort des Gebetes geblieben. „Ein neues Bronzemodell, das anlässlich dieses Jubiläums aufgestellt wird, soll für die Zukunft einen Eindruck der gesamten Klosteranlage und der geschichtlichen Bedeutung Zwillbrocks vermitteln“, sagt Dechant Wachtel.

Der 22. Oktober wird der historische Jahrestag und zugleich ein kirchlicher Neuanfang sein. An diesem Tag beginnt um 9 Uhr die Festmesse in der Barockkirche zur Gründung des Karmeliter-Klosters. Gegen 10 Uhr wird das Klostermodell am Barockgarten enthüllt. Im Anschluss ist ein Empfang in der Gaststätte Kloppendiek.

Empfang im Grenzlokal

Über die Klostergründung sind viele Zwillbrocker begeistert: „Wir freuen uns, dass die Pfarrwohnung wieder bewohnt ist“, sagt Sandra Lentfort, engagiertes Gemeindemitglied aus Zwillbrock. „Wir wünschen den indischen Patres in den alten verbliebenen Klostermauern, dass sie sich so wie Fürstbischof Franz Arnold vor 300 Jahren von der herrlichen Naturkulisse beeindrucken lassen und von den Menschen in und um Zwillbrock, wo die Grenze verbindet, von Herzen empfangen wissen“, sagt Lentfort.