Erstmals gemeinsamer Diakonentag der Bistümer Münster und Osnabrück

Interview: Wo stehen die Diakone in der Gemeinde der Zukunft?

Die Bistümer Münster und Osnabrück bilden zurzeit in einem gemeinsamen Diakonatsbewerberkreis elf ständigen Diakone aus. Am Samstag findet ein erster gemeinsamer Diakonentag statt, zu dem 130 Diakone aus beiden Bistümern zusammenkommen. Diakon Joachim König ist Bischöflicher Beauftragter für den ständigen Diakonat im Bistum Münster. Die Rolle der Diakone in der Gemeinde der Zukunft ist für ihn eine wichtige Frage.

„Kirche+Leben“: Worum geht es bei dem gemeinsamen Diakonentag?

Joachim König: Im Zentrum des Tages wird das Schreiben der Deutschen Bischofskonferenz „Gemeinsam Kirche sein“ stehen und die sich daraus ergebenen Herausforderungen für den Diakonat.

Diakon Joachim König. | Foto: Martin Schmitz
Diakon Joachim König. | Foto: Martin Schmitz

Wir freuen uns sehr, dass neben anderen Referenten auch Münsters Bischof Felix Genn und Osnabrücks Bischof Franz-Josef Bode das Programm mit Vorträgen und Diskussionsrunden mitgestalten. Sie haben als Vorsitzende der Pastoralkommission (Bode) und der Kommission für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste (Genn) der Deutschen Bischofskonferenz maßgeblich an der Erarbeitung von „Gemeinsam Kirche sein“ mitgearbeitet.

Dass die Bischöfe am Diakonentag teilnehmen, sehe ich auch als Zeichen der Wertschätzung gegenüber den Diakonen und deren Frauen, die auch eingeladen sind, und die Arbeit ihrer Männer unterstützen.

Wie sehen Sie die Rolle der Diakone in der Gemeinde der Zukunft?

Ich würde mir wünschen, dass noch stärker ins Bewusstsein tritt, dass Diakone auch im privaten Lebensumfeld und im Beruf Diakone sind. Wir haben es da mit Männern zu tun, die bereit sind, öffentlich Zeugnis abzulegen vom Evangelium. Dahinter steckt eine eigene Berufung. Wir können dieses Amt nicht nur darauf konzentrieren, dass der Diakon in seiner Freizeit Dienste in der Gemeinde übernimmt. Ich denke, der Diakon hat eine große Bedeutung in seinen Lebensbereichen – in der Familie, der Nachbarschaft, im Freundeskreis, im Beruf. Dort ist er Ansprechpartner für Menschen, die Kontakt zur Kirche suchen, die Glaubensfragen haben, die Schwierigkeiten haben – und er ist aufmerksam dafür.

Die Diakone mit Zivilberuf kommen ja aus der Gemeinde und sind für die Gemeinde da. Ich könnte mir vorstellen, dass sie daher in den Kirchorten einer Pfarrei Ansprechpersonen sein können. Nicht als Konkurrenz zu allen Getauften einer Gemeinde, sondern zur Unterstützung, damit sie ihre Charismen einsetzen können.

Gibt es dafür denn noch genügend ständige Diakone, die diese Rolle einnehmen könnten?

Im Bistum Münster haben wir rund 300 Diakone. Es gibt 18 Interessenten für den ständigen Diakonat, die im nächsten Jahr mit der Ausbildung beginnen möchten. Zu beachten ist allerdings, dass es sich dabei um Kandidaten aus zwei Jahrgängen handelt, da wir in diesem Jahr aufgrund der Kooperation mit dem Bistum Osnabrück keinen eigenen Kurs angeboten haben. Aber der Kurs im nächsten Jahr wird voraussichtlich der größte, den wir jemals hatten.