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Die europaweit erste Fakultät dieser Art nimmt ab Juli ihre Arbeit auf. Warum die ehemalige CDU-Politikerin das Projekt der Universität Münster lobt.
Die frühere Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat die Gründung der europaweit ersten Islamisch-Theologischen Fakultät an der Universität Münster als Meilenstein gewürdigt. „Die Fakultät wird europaweit wahrgenommen werden“, erklärt die frühere deutsche Botschafterin am Heiligen Stuhl in einem Gastbeitrag bei domradio.de.
Ihre Gründung bedeute eine Stärkung der wissenschaftlichen Theologie insgesamt, so die katholische Theologin. „Diese Fakultät und der Campus der Religionen können nicht zuletzt helfen zu verstehen, dass Religionen weltweit einflussreich sind und es ohne den Frieden der Religionen keinen Frieden der Nationen geben wird“, schreibt Schavan weiter.
Mouhanad Khorchide ist Gründungsdekan
Als erste deutsche Hochschule wird die Universität Münster zum 1. Juli eine „Islamisch-Theologische Fakultät“ gründen. Gründungsdekan ist der islamische Religionspädagoge Mouhanad Khorchide, der bereits seit 2012 Direktor des Zentrums für Islamische Theologie an der Hochschule ist. Es bildet unter anderem Lehrkräfte für den islamischen Religionsunterricht aus.
Schavan schreibt dazu, es sei sehr wichtig, dass die Theologien an den Universitäten verankert und im Dialog mit anderen Wissenschaften seien. „Sie werden gemessen an den allgemeinen wissenschaftlichen Standards; sie kooperieren mit anderen Fakultäten. Das sind Voraussetzungen für Glaubwürdigkeit und Akzeptanz in der internationalen Wissenschaftswelt.“
Dialog gegen Vereinnahmung durch Extremismus
Wichtig sei der Dialog von Theologie und anderen wissenschaftlichen Fächern auch „angesichts der Neigung von Autokraten, Religionen für ihre Zwecke und die Stabilisierung von Macht zu kapern“ . Es sei eine historische Erfahrung, dass „Religionen Geschichten von Heil und Unheil schreiben. Das gilt bis in unsere Tage. Umso mehr bedarf es der wissenschaftlichen Reflexion und auch der Wirksamkeit von wissenschaftlicher Theologie in modernen Gesellschaften.“
Die frühere Bildungs- und Forschungsministerin würdigte zugleich, dass die Universität Münster einen „Campus der Religionen“ direkt in der Innenstadt von Münster aufgebaut habe. „Gemeinsame Forschungsfragen, Initiativen und Forschungsprojekte werden einen Schub erhalten. Der Beitrag der Wissenschaft zum Verständnis innovativer Entwicklungen in den Religionen wird ebenso deutlich wie ihr Potential gegenüber den Vereinnahmungen der Religionen weltweit.“