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Das ZdK-Mitglied Max Lucks sieht Leihmutterschaft selbst kritisch. Dennoch seien die Worte des Passauer Bistumsleiters gegen Jens Spahn „hart“.
Der menschenrechtspolitische Sprecher von Bündnis 90/Grünen im Bundestag, Max Lucks, übt nach dem Rücktritt von Jens Spahn (CDU) Kritik an „harten Worten“ von Bischöfen. Solche kirchlichen Aussagen über Kinder und Familien, die durch Leihmutterschaft entstanden sind, seien das Gegenteil eines respektvollen und demokratischen Diskurses, sagte Lucks der Katholischen Nachrichten-Agentur. Kritik an Leihmutterschaft dürfe nie in einer Abwertung von Kindern oder ihren Familien münden.
Der Passauer Bischof Stefan Oster hatte am Freitag neben anderen die Inanspruchnahme einer Leihmutter durch Unionsfraktionschef Jens Spahn kritisiert. Zur Erfüllung seiner eigenen Wünsche habe der prominente CDU-Politiker gegen die Gesetze des Landes und die Grundlinien der eigenen Partei bewusst verstoßen, erklärte Oster. Das halte er „für einen echten Skandal“.
Bischof Oster mit Kritik
Das Kind von Spahn und dessen Ehemann sei jetzt schon eine öffentliche Person, so der Bischof weiter. „Und es ist diese Person als ‚gekaufte Ware‘.“ Ohne dass es jetzt schon davon wisse, werde es damit einmal eine Last zu tragen haben.
Oster zeigte sich überzeugt, „dass jedes Kind vor allen anderen Rechten zunächst ein Recht auf seine natürlichen Eltern hat – und zwar viel mehr, als dass potenzielle Eltern ein Recht hätten, sich ein Kind ‚anzuschaffen‘ oder ‚machen zu lassen‘ oder gar ‚einzukaufen‘“. Und: „Als Christen glauben wir, dass Kinder ein Geschenk Gottes sind.“ Sie seien „eine Gabe, die nicht zur Verfügung steht – und die deshalb auch nicht gekauft werden kann oder gekauft werden darf.“
Grund für Spahn-Rücktritt
Der Grünen-Politiker Lucks erklärte, der Rücktritt Spahns sei zwar ein wichtiges Signal, weil nach den verlorenen Milliarden durch die Maskenbeschaffung in der Corona-Pandemie zu Spahns Zeiten als Gesundheitsminister Vertrauen in die Demokratie verloren gegangen sei. „Dass dieser Rücktritt nun aber nicht deshalb, sondern in Zusammenhang mit seiner Familiengründung durch Leihmutterschaft erfolgt, stimmt mich – obwohl ich Leihmutterschaft selbst kritisch sehe – nachdenklich“, so der menschenrechtspolitische Sprecher.