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Die Debatte um den Fraktionsvorsitzenden der Union reißt nicht ab. Jetzt meldet er sich selbst zu Wort.
Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) hat die Nutzung einer Leihmutter nach vielfacher öffentlicher Kritik verteidigt. Der „Bild“-Zeitung sagte er am Freitag: „Ich habe lange mit mir gerungen, auch was das Thema Leihmutterschaft angeht. Ich bin lange zerrissen gewesen.“ Aber letztlich habe er sich gemeinsam mit seinem Ehemann für diesen Weg entschieden. „Und jetzt sind wir Familie und freuen uns.“
Spahn und sein Ehegatte Daniel Funke hatten kürzlich mitgeteilt, dass sie Eltern geworden seien. Der Sohn mit dem Namen Georg kam demnach in den USA zur Welt und wurde von einer Leihmutter geboren. Spahn hatte sich in der Vergangenheit gegen Leihmutterschaft ausgesprochen, auch die CDU lehnt diese in Deutschland verbotene Praxis ab.
„Kein Schwarz und Weiß“
Der Politiker sagte nun über seine persönliche Haltung: Als Christ wisse er, dass „das eine die reine Lehre ist – und das andere das echte Leben“. In manchen Lebenssituationen gebe es „kein Schwarz und Weiß - und keine einfachen Entscheidungen“.
Die Entscheidung, den Kinderwunsch durch eine Leihmutter in den USA erfüllen zu lassen, sei gefallen, weil dies dort unter guten Bedingungen geschehe. Entsprechende Agenturen prüften, „dass die Frau finanziell unabhängig ist, dass sie bereits mindestens ein Kind bekommen hat, dass sie in einer gefestigten Familiensituation und Lebenssituation ist“.
Spahn sagte: „Das Wichtigste für ein Kind ist Liebe – angenommen sein, Unterstützung kriegen, Geborgenheit empfinden und erfahren. Das werden und wollen wir unserem Sohn geben. Und gleichzeitig werden wir mit ihm auch sehr offen umgehen.“
Spahn will sich der Debatte stellen
Mit Blick auf Rücktrittsforderungen aus seiner eigenen Partei kündigte der 46-Jährige an: „Ich stelle mich der Debatte.“ Zugleich wolle er seine Familie und sein Privatleben schützen. Er bedauere, sich nicht schon früher zu dem Thema geäußert zu haben – etwa beim CDU-Parteitag im Februar, als ein Antrag gegen die Leihmutterschaft angenommen wurde. „Ich hätte es tun sollen im Nachhinein“, sagte er. Doch damals sei er noch nicht so weit gewesen.
Die Causa Spahn soll derweil laut Angaben der „Bild“-Zeitung am Montag bei der nächsten Sitzung des CDU-Präsidiums zur Sprache kommen.