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Das biblische Geschehen des Palmsonntags ereignete sich in Jerusalem. Doch in diesem Jahr kommt es zu einem Eklat.
Israel hat die beiden wichtigsten katholischen Vertreter im Heiligen Land daran gehindert, die Grabeskirche in Jerusalem zu betreten. Polizisten hinderten den Lateinischen Patriarchen, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, und Franziskanerkustos Francesco Ielpo an der Teilnahme der Palmsonntagsmesse, teilen das Patriarchat und die Kustodie gemeinsam mit.
Sie sprechen von einem "schwerwiegenden Präzedenzfall", der die Gefühle von Milliarden Menschen verletze, die in der Karwoche ihren Blick auf Jerusalem richteten. Nach Kirchenangaben ist es das erste Mal seit Jahrhunderten, dass die Kirchenoberhäupter an der Feier des Palmsonntagsgottesdienstes in der Grabeskirche gehindert wurden.
"Grob unverhältnismäßige Maßnahme"
Pizzaballa und Ielpo seien auf dem Weg zur Umkehr gezwungen worden, "obwohl sie sich privat und ohne jegliche Merkmale einer Prozession oder eines zeremoniellen Aktes bewegten". Es handele sich um "eine unangemessene und grob unverhältnismäßige Maßnahme", insbesondere, da die Kirchenführer sich seit Beginn des aktuellen Krieges mit dem Iran an alle auferlegten Einschränkungen gehalten hätten.
Augenzeugen berichten, die Polizei habe seit den Morgenstunden Barrieren an der Altstadt errichtet. Offenbar im Bemühen, Gläubige davon abzuhalten, zu den heiligen Stätten zu gelangen.
Reaktionen aus der Politik
"Ein schlimmer Verstoß", schreibt der Beauftragte der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, Thomas Rachel (CDU), im Netzwerk X. - "Wir stehen bei jeder Bedrohung seines Existenzrechts Israel bei, aber dem Kardinal den Zugang zur heiligsten Stätte der Christenheit zu verweigern, ist inakzeptabel", betont der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Armin Laschet (CDU): "Dies ist reine Schikane ohne jedes Gespür und ohne jeden Verstand."
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron schreibt bei X: "Ich verurteile diese Entscheidung der israelischen Polizei, die zu der besorgniserregenden Zunahme von Verstößen gegen den Status der Heiligen Stätten in Jerusalem beiträgt. Die freie Religionsausübung in Jerusalem muss für alle Religionen gewährleistet sein."
Osterfeiern hinter geschlossenen Türen
Vor wenigen Tagen hatten die Kirchen mitgeteilt, die traditionelle Palmprozession über den Ölberg zur Jerusalemer Altstadt werde kriegsbedingt nicht stattfinden. Die Liturgien der Kar- und Ostertage in der Grabeskirche sollen unter Ausschluss der Öffentlichkeit von den in dem Gotteshaus lebenden Ordensgemeinschaften gefeiert werden.
Update 18 Uhr: Reaktionen Rachel, Laschet, Macron.