Weltbekannter Theologe starb im Alter von 91 Jahren in Münster

Johann Baptist Metz ist tot

Johannes Baptist Metz ist tot. Der weltweit anerkannte katholische Theologe ist im Alter von 91 Jahren in Münster gestorben. Das erfuhr "Kirche-und-Leben.de" aus dem Umfeld der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster, an der Metz 30 Jahre lang gelehrt hat. Er galt als Begründer der politischen Theologie und als einer der bedeutendsten katholischen Theologen des 20. Jahrhunderts.

Metz wurde am 5. August 1928 in Auerbach in der Oberpfalz geboren. 1948 begann er in Bamberg und Innsbruck das Studium der katholischen Theologie und Philosophie. 1954 wurde er zum Priester geweiht. Von 1963 bis 1993 hatte Metz an der Universität Münster den Lehrstuhl für Fundamentaltheologie inne.

„Theologie nach Auschwitz“

Im Dezember 2018 erhielt Metz den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen. Dabei wurde besonders seine Stimme in der Debatte um eine „Theologie nach Auschwitz“ und sein Engagement im christlich-jüdischen Dialog gewürdigt.

Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil war Metz Berater des römischen Sekretariats für die Nicht-Glaubenden. Metz war auch Berater der Synode der Bistümer der Bundesrepublik Deutschland von 1971 bis 1975 in Würzburg. Der Synodenbeschluss „Unsere Hoffnung“, in dem es um das Christsein im Alltag geht, trägt seine Handschrift.

Gegen eine Verbürgerlichung des Christentums

Wiederholt hat Metz vor einer Verbürgerlichung des Christentums gewarnt. Beeinflusst wurde das Denken des katholischen Theologen auch von der Frankfurter Schule um Theodor W. Adorno, Max Horkheimer und Jürgen Habermas.

1969 schrieb der Theologe die Gründungserklärung des Freckenhorster Kreises. Intensiv widmete er sich auch der „Theologie der Befreiung. Zu seinem 90. Geburtstag veranstaltete das Franz-Hitze-Haus in Münster einen Festakt zu Ehren von Metz.