Zeremonie für englischen Konvertiten und Kardinal am 13. Oktober in Rom

John Henry Newman wird heiliggesprochen

Der englische Kardinal John Henry Newman (1801-1890) wird am 13. Oktober heiliggesprochen. Das gab der Vatikan am Montag bekannt. Papst Franziskus hatte am Vormittag bei einer Versammlung mit seinen Kardinälen, einem sogenannten Konsistorium, den Weg für insgesamt fünf Heiligsprechungsverfahren geebnet. Auch die Schweizer Franziskanerin Marguerite Bays (1815-1879) wird im Oktober während der Amazonas-Synode (6. bis 27. Oktober) in das Buch der Heiligen eingetragen.

Wer war John Henry Newman?

Der aus London stammende John Henry Newman sorgte als bekannter anglikanischer Gelehrter 1845 durch seinen Übertritt zum Katholizismus für Aufsehen. Er ging zunächst nach Rom, wo er 1847 zum Priester geweiht wurde und in den Orden der Oratorianer eintrat. Anschließend leitete er von 1851 als erster Rektor sieben Jahre lang die neu gegründete katholische Universität Dublin. 1864 erschien sein berühmtestes Buch „Die Geschichte meiner religiösen Überzeugungen“, in dem er seinen Weg zum Katholizismus schildert; es wird bisweilen in einem Atemzug mit den „Bekenntnissen“ des heiligen Augustinus (354-430) genannt.

Anfangs Kritik und Misstrauen ausgesetzt, gilt er inzwischen als „Brücke zwischen Anglikanern und Katholiken“. 2010 wurde Newman von Benedikt XVI. in Birmingham seliggesprochen. Es war das erste Mal, dass Benedikt XVI. eine solche Zeremonie, die er sonst Kardinälen anvertraute, persönlich vornahm.

Ein großer Kirchenlehrer

Newman ist bis heute auch über engere Fachkreise hinaus in der Kirche populär. Katholische Studentenwohnheime tragen seinen Namen, und eine Internationale deutsche Newman-Gesellschaft kümmert sich um die Pflege seines Erbes. Zuletzt erhielt die neu gegründete katholische Universität in Schweden seinen Namen.

Auf den vermutlich entscheidenden Grund für diese anhaltende Wertschätzung wies der emeritierte Papst Benedikt XVI. hin: Newman sei ein großer Kirchenlehrer, weil er „zugleich unser Herz berührt und unser Denken erleuchtet“.

Neue Heilige mit Bezug zum Bistum Münster

Marguerite Bays wurde am 8. September 1815 in La Pierraz (Diözese Fribourg-Lausanne-Genf) geboren und starb am 27. Juni 1879. Die gelernte Schneiderin gehörte dem Dritten Orden des heiligen Franziskus an. Im Jahr 1854 soll sie plötzlich von einer Krebskrankheit geheilt worden sein, in der Folge zeigten sich bei ihr die Wundmale Jesu. Papst Johannes Paul II. sprach Bays 1995 selig.

Ebenfalls heiliggesprochen werden die indische Ordensgründerin Maria Teresa Chiramel Mankidiyan (1876-1926), die italienische Ordensgründerin Giuseppina Vannini (1859-1911) - und die brasilianische Ordensgründerin Dulce Lopes Pontes (1914-1992), über die eine Verbindung ins Bistum Münster besteht.

Schwester Dulce Luces 1933 trat bei den Missionsschwestern von der Unbefleckten Empfängnis der Mutter Gottes in Sergipe ein. Die Gemeinschaft wurde von dem aus Bartmannsholte im Oldenburger Münsterland geborenen Bischof Amandus (August) Bahlmann und der aus Ahlen stammenden Schwester Schwester Immaculata (Elisabeth) Tombrock in Brasilien gegründet. Die erstge deutsche Niederlassung entstand 1914 in Münster, zunächst im Verspoel, später in der Frauenstraße. Heute leben die Schwestern im Lourdeskloster an der Bäckergasse.