Diözesanjugendseelsorger Drüing will Datenerhebung des Vatikans intensiv unterstützen

Jugend-Umfrage: Bistum Münster wartet einheitliche Übersetzung ab

Das Bistum Münster sieht in der Vatikan-Umfrage im Vorfeld der Jugend-Synode 2018 in erster Linie keine Datenerhebung für die bistumsinterne Auswertung. Das hat der Diözesanjugendseelsorger und Präses des BDKJ im Bistum Münster, Hendrik Drüing, gegenüber „Kirche-und-Leben.de“ betont. Gleichwohl sei es der Bistumsleitung wichtig, die Online-Befragung intensiv zu unterstützen. Die Erkenntnisse aus Rom, wo die weltweiten Daten ausgewertet werden sollen, will man erst im Anschluss für die eigene Jugendarbeit heranziehen.

Damit reagiert Drüing auf die Freischaltung einer Internet-Umfrage im Erzbistum Köln. Dort hatten die Verantwortlichen die eigentlich noch nicht in deutscher Sprache vorliegenden Fragen übersetzt und durch eigene Punkte ergänzt. So wird etwa auch die Postleitzahl der Teilnehmer abgefragt. Man will in Köln auf diesem Weg aus den Aussagen der Jugendlichen ein konkretes Bild von der Situation im eigenen Erzbistum erhalten. Die Daten würden dann in das römische Online-System eingespeist, hieß es aus Köln.

Jugendgemäße Sprache ist wichtig

„Grundsätzlich war geplant, dass die deutsche Übersetzung von einer bundesweiten Arbeitsgruppe einheitlich gestaltet wird“, sagte Drüing. Dafür habe man vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (AFJ) und der Aktion „Nightfever“ bereits seit längerem eine Arbeitsgruppe gebildet. „Es geht dabei vor allem darum, eine passende, jugendgemäße Sprache zu finden.“ Die Einheitlichkeit der Gestaltung sei wichtig, um die Daten für die Auswertung nutzbar zu machen.

Hendrik Drüing
Hendrik Drüing ist Diözesanjugendseelsorger und Präses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum Münster. | Foto: Jens Joest

Die Befragung des Vatikans auf Englisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch und Spanisch hatte sich um mehrere Wochen verzögert und war erst von einigen Tagen online gestellt worden. Auch im Vorfeld waren die Inhalte in Deutschland noch nicht greifbar gewesen, um an einer Übersetzung zu arbeiten. Durch diese Verzögerung wird der einheitliche Fragebogen voraussichtlich erst kurz vor den Sommerferien fertig werden. Dann soll er auch auf Deutsch direkt über die zentrale Seite des Vatikans abrufbar sein. Ein eigenes, deutschsprachiges Internetangebot des Fragebongens ist nicht geplant, sagte Drüing.

Werbetrommel wird gerührt

Die Ferienwochen will man im Bistum Münster nutzen, um die Werbung für die Aktion zu konkretisieren. Fest steht, dass die Umfrage, die sich mit Lebenszielen und -schwerpunkten, Glaubens- und Berufungsfragen sowie Aussagen zu Themen wie Familie, Arbeit und Religion beschäftigt, eine Rolle bei den kommenden Jugendgebetsabenden mit Bischof Felix Genn spielen wird. Auch Jugendverbände, offene Einrichtungen und Schulen im Bistum Münster sollen in die Werbung für den Fragebogen einbezogen werden. „Um die Jugendlichen, die der Kirche nicht so nahe stehen, zu erreichen, denken wir über weitere Werbemittel nach“, sagte Drüing.

Nach den Sommerferien bleibt dann bis zum 30. November 2017 Zeit, an der Umfrage teilzunehmen. Die hat es in Drüings Augen durchaus in sich. Er hat die englische Version bereits getestet und etwa 30 Minuten dafür benötigt. „Sie beschäftigt sich wirklich sehr offen mit der Lebenswelt junger Menschen.“ Die Fragen seien so angelegt, dass nicht nur „katholische Antworten“ möglich seien. „Oft geht es um sehr persönliche Fragen, die man öffentlich kaum beantworten würde.“ Die Handschrift von Papst Franzikus sei unverkennbar und habe letztlich eine Zielrichtung: „Wie kann Kirche Jugendlichen bei Entscheidungen im Leben helfen?“