Ausgleichskollekte auch für Dienstreisen der Fachstelle Weltkirche

Jugendliche Helfer aus dem Bistum Münster sollen klimaneutral reisen

Junge Erwachsene, die über das Bistum Münster einen Freiwilligendienst im Ausland absolvieren, sollen ab diesem Jahr klima-neutral reisen. Das teilte Sebastian Aperdannier vom Referat „Freiwilligendienste im Ausland“ der Fachstelle Weltkirche im Bischöflichen Generalvikariat auf Anfrage von „Kirche-und-Leben.de“ mit.

Die anstehenden Flüge der Freiwilligen nach Afrika und Lateinamerika werden verpflichtend für alle 30 Freiwilligen des neuen Jahrgangs mit einer Kompensation über die Klimakollekte belegt. Das soll auch für zukünftige Freiwilligengenerationen gelten, die über das Bistum Münster einen Dienst in diesen Ländern antreten.

Informationen zu dem Kompensationsmodell für Flüge und Reisen unter https://www.klima-kollekte.de/

Den Verantwortlichen im Bistum Münster ist es wichtig, für Klimaveränderungen zu sensibilisieren: „Während unserer Zwischenseminare haben wir angeregt, dass sich alle Freiwilligen bei den Menschen in ihren Projekten und bei Bekannten erkundigen, ob sie in den letzten Jahren Veränderungen an Klima und Natur wahrgenommen haben.“ Sieben von 28 jungen Menschen arbeiten über das Bistum Münster für ihr einjähriges soziales Jahr in Südafrika und Tansania. In den Nachbarländern Mosambik und Simbabwe hatte der Zyklon Idai im Frühjahr über 600 Menschen das Leben gekostet und große Teile der Infrastruktur zerstört. Den Freiwilligen sei aber nichts zugestoßen. Eine Dokumentation soll dazu dienen, mögliche Veränderungsprozesse vor Ort wahrzunehmen.

Klima-Rechner wandelt Flug in Euro um

Der Betrag der Klimaausgleichskollekte lässt sich über ein Rechenmodell ermitteln. Das bedeutet, dass mit Hilfe eines Klima-Rechners die Flugstrecke in Euro gewandelt wird: „Am Beispiel eines Hin- und Rückfluges Düsseldorf – Dar es Saalam/Tansania macht das knapp über 100 Euro aus“, sagt Aperdannier. Der entsprechende Betrag wird dann verwendet für Projekte in den afrikanischen Einsatzregionen, wie zum Beispiel Sonnenkollektoren oder Energie-Effizienzherden.

„Diese Kompensation in Richtung Klimakollekte müssen die Freiwilligen selbst aufbringen und uns darüber eine Bescheinigung über die geleistete Kompensationszahlung vorlegen. Damit werden wir definitiv in diesem Jahr beginnen“, fasst Aperdannier zusammen.

Für das Klima: Auch Dienstreisen werden kompensiert

Das Referat „Freiwilligendienste im Ausland“ hat sich außerdem verpflichtet, auf alle anfallenden Dienstflüge zu Zwischenseminaren oder Projektbesuchen ebenfalls Ausgleichszahlungen zu leisten: „Zugleich hoffen wir durch Aufklärung und Werbung die Familien, Freunde und Bekannten, die einen Besuch bei den jeweiligen Freiwilligen planen, wenigstens über eine freiwillige Selbstverpflichtung mit ins Boot holen können.“ Damit könne die Arbeit im Freiwilligenbereich zwar nicht „klimaneutral“ gestaltet werden, aber zumindest kompensatorisch ausgeglichen werden, sagte Aperdannier.