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Update, 13.50 Uhr: NRW-Innenminister Reul nennt möglichen islamistischen Hintergrund

Anschlag auf Synagoge in Hagen geplant - Polizei nimmt 16-Jährigen fest

  • In Hagen ist ein 16 Jahre alter Jugendlicher festgenommen worden, der möglicherweise einen Anschlag auf die dortige Synagoge geplant haben soll.
  • Im Zuge der Ermittlungen seien insgesamt vier Menschen festgenommen worden worden.
  • Am Mittwochabend hatte es einen Polizeieinsatz wegen einer "möglichen Gefährdungslage" an der Synagoge gegeben.
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Update, 13.50 Uhr: Der mutmaßliche Anschlagsplan gegen die Hagener Synagoge hat nach den Worten des nordrhein-westfälischen Innenministers Herbert Reul (CDU) wahrscheinlich einen islamistischen Hintergrund. Am Mittwoch habe die Polizei einen ernstzunehmenden konkreten Hinweis darauf erhalten, dass es während des jüdischen Feiertags Jom Kippur zu einem Anschlag kommen könne, sagte Reul am Donnerstag in Köln. Tatort, Tatzeit und Täter seien benannt worden, der Hinweis habe zudem Rückschlüsse auf eine "islamistisch motivierte Bedrohung" zugelassen.

Daraufhin habe die Polizei Maßnahmen zur Gefahrenabwehr getroffen und Kontakt zur Synagogengemeinde aufgenommen, sagte der Innenminister. Die jüdische Gemeinde habe eine geplante Veranstaltung kurzfristig abgesagt. Nach Räumung und Absuchen der Synagoge auch mit Sprengstoffspürhunden habe die Polizei keine gefährlichen Gegenstände im Gebäude oder im Umfeld gefunden.

Die Ermittlungen hätten zur Identifizierung und Festnahme eines 16-jährigen syrischen Staatsbürgers aus Hagen geführt. Drei weitere Personen seien vorläufig festgenommen worden. Parallel würden weitere Objekte in Hagen durchsucht. Mit der Einsatzleitung ist nach Reuls Angaben die Polizei Dortmund beauftragt, die Unterstützung durch das Landeskriminalamt erhält. Zudem sei die Generalstaatsanwaltschaft eingebunden.

Polizei nimmt 16-Jährigen in Hagen fest

Erstmeldung: Im Zusammenhang mit einem möglicherweise geplanten Anschlag auf die Synagoge in Hagen hat die Polizei einen 16-jährigen Jugendlichen festgenommen. Im Zuge der Ermittlungen seien insgesamt vier Menschen festgenommen worden worden, teilte die Polizei Hagen am Donnerstagvormittag via Twitter mit.

Parallel fänden Durchsuchungen in Objekten in Hagen statt, um einen Tatverdacht zu erhärten oder auszuräumen. Am Mittwochabend hatte es einen Polizeieinsatz wegen einer "möglichen Gefährdungslage" an der Synagoge gegeben. Vor Ort hatten die Beamten keine Hinweise auf eine Gefährdung festgestellt.

Vorfall weckt Erinnerungen an Halle

"Der Vorfall in Hagen weckt entsetzliche Erinnerungen an den Anschlag auf die Synagoge in Halle vor zwei Jahren", erklärte Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD). "Es ist unerträglich, dass Jüdinnen und Juden erneut einer so schrecklichen Bedrohungslage ausgesetzt sind und den Beginn ihres höchsten Festes Jom Kippur nicht friedlich gemeinsam feiern konnten", so Lambrecht weiter. 

Lambrecht dankte den Sicherheitsbehörden für ihr konsequentes Handeln zum Schutz der Synagoge. Jetzt sei es Sache von Polizei und Justiz, die Hintergründe dieser sehr ernsten Bedrohungslage aufzuklären.

Mittwoch war der höchste jüdische Feiertag Jom Kippur. Vor zwei Jahren hatte es an Jom Kippur in Halle an der Saale einen rechtsterroristischen Anschlag auf die Synagoge gegeben. Zwei Menschen kamen ums Leben.

Update, 13.50 Uhr: Neue Informationen zu einem möglichen islamistischen Hintergrund. Artikel deutlich erweitert.

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