Einnahmen für Armutsbekämpfung nutzen

KAB will „kleine“ Steuer auf Finanztransaktionen

Parallel zur Diskussionen beim Weltsozialforum im kanadischen Montreal hat sich die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) für die Einführung einer Finanztransaktionssteuer zur Überwindung von Armut ausgesprochen. Sie biete die Chance, Finanzmittel auch bei denen zu erwirtschaften, die derzeit keine Steuern zahlen, sagte er KAB-Bundesvorsitzende Andreas Luttmer-Bensmann am Donnerstag (11.08.2016) dem "Domradio" in Köln. "Ganz viel Geld wird durch Spekulation, aber auch durch ganz normale Tätigkeit in den Finanzmärkten umgesetzt. Die Idee ist, all diese Finanztransfers mit einer kleinen Steuer zu belegen", so der Experte.

Eine Finanztransaktionssteuer ist eine Steuer auf börsliche und außerbörsliche Finanztransaktionen. Besonders Globalisierungsgegner fordern eine Einführung dieser auch als "Robin-Hood-Steuer" bekannten Abgabe. Auf EU-Ebene wurde die Diskussion immer wieder vertagt.

Schon 0,01 Prozent brächten hohe Summen

Schon eine Steuer in Höhe von nur 0,01 Prozent brächte hohe Summen, erläuterte Luttmer-Bensmann. Das Geld müsste insbesondere zur Armutsbekämpfung eingesetzt werden. "Nach wie vor sind auch in Deutschland etwa 15 Prozent der Menschen nach internationalen Standards als arm zu bezeichnen. Das ist für so ein reiches Land wie Deutschland sicherlich ein Problem, da könnten wir was machen." Das gelte ebenso für die internationale Armutsbekämpfung.

Eine Einführung der Steuer müsste jedoch auf breiter Ebene erfolgen, so Luttmer-Bensmann. Kapital sei sehr flüchtig und würde in so einem Fall "sich sofort in andere Bereiche entwickeln".