Nach Podium mit Kardinal Woelki beim Katholikentag in Münster

Kabarettist von Hirschhausen entschuldigt sich für Oblaten-Äußerung

Der Kabarettist Eckart von Hirschhausen hat sich auf dem Katholikentag in Münster für eine Äußerung zu Kirchensteuern und Kommunionempfang entschuldigt. Es tue ihm leid, wenn er am Vortag bei einer Veranstaltung Gefühle von Menschen verletzt habe, sagte er am Samstag. Das sei nicht seine Absicht gewesen. Ihm sei es darum gegangen, dass Christen ein Signal aussenden sollten, dass sie eine Gemeinschaft bilden angesichts großer gemeinsamer Herausforderungen. Als Beispiele nannte er die Bewahrung der Schöpfung sowie die Menschenrechte und den Frieden.

Der Protestant Hirschhausen hatte bei einer Podiumsdiskussion mit dem Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki gesagt, er zahle über seine katholische Ehefrau auch Kirchensteuern. Dafür wolle er „auch die Oblate - oder mein Geld zurück“. Es gebe wichtigere Menschheitsfragen. Der Kardinal hatte entgegnet, diese Wortwahl zeige ein grundverschiedenes Verständnis von Kommunion.

„Manchmal braucht es einen Hofnarren“

Hirschhausen sagte, manchmal brauche es einen Hofnarren, der Dinge ungeschminkt ausspreche. Er selbst sei „auch verletzt“ gewesen. Der Mediziner zitierte seine Frau, die als Mediatorin arbeitet. Sie habe einen Grundsatz: Man solle allen Menschen gute Absicht unterstellen bei dem, was sie tun. Hirschhausen betonte, er wünsche sich, dass es beim geplanten Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt 2021 „möglich sein wird, gemeinsam zu feiern“.

Der Kabarettist ermunterte die Zuhörer: „Liebe dich selbst, dann können die anderen dich gern haben.“ Und er lüftete das „Geheimnis“, warum viele Menschen denken, dass sie schlechter sind als andere. „Haltet euch fest, das könnte euch eine Menge Psychotherapie ersparen“, sagte er. „Die Antwort ist: Weil wir von uns selbst viel mehr wissen als von anderen.“