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Vorwürfe gegen Höffner im Kölner Missbrauchs-Gutachten

Kardinal-Höffner-Kreis von Abgeordneten stellt Namen infrage

  • Der Kardinal-Höffner-Kreis christlicher Bundestagsabgeordneter will sich mit der Rolle seines Namensgebers auseinandersetzen.
  • Es sei aber noch keine Entscheidung über die künftige Namensgebung getroffen worden, hieß es.
  • Ein Gutachten im Auftrag des Erzbistums Köln wirft Höffner mehrere Pflichtverletzungen im Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs vor.
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Der Kardinal-Höffner-Kreis christlicher Bundestagsabgeordneter will sich mit der Rolle seines Namensgebers auseinandersetzen. Es sei aber noch keine Entscheidung über die künftige Namensgebung getroffen worden, sagte Christian Hirte (CDU), der Vorsitzende des Kreises, der „Zeit“-Beilage „Christ & Welt“. Wie das Blatt berichtet, will das fünfköpfige Leitungsteam zunächst mit Historikern sprechen.

In dem Kreis vernetzen sich christliche Parlamentarier seit den 1990er Jahren. Der 1987 verstorbene Kölner Erzbischof Joseph Höffner war ein Vordenker der katholischen Soziallehre, von 1976 bis 1987 Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und von 1962 bis 1969 Bischof von Münster. Ein Gutachten im Auftrag des Erzbistums Köln wirft Höffner mehrere Pflichtverletzungen im Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs vor.

Anhöring von Missbrauchs-Betroffenen angeregt

Die CDU-Abgeordnete Mechthild Heil, zugleich Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft (KFD), sagte der Zeitung: „Der Satz ,Über Tote redet man nicht schlecht' darf hier nicht gelten.“

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Entwicklungsministerium, Maria Flachsbarth (CDU), zugleich Präsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbunds (KDFB), verlangt eine Anhörung von Fachleuten noch in dieser Wahlperiode. Dass auch Missbrauchs-Betroffene eingeladen würden, sei „dringend erforderlich“. Höffner sei „ein geschätzter Theologe seiner Zeit, aber der Name steht zur Disposition“.

Mitgründer des Kreises: Ich würde den Namen nicht ändern

Flachsbarth verlangte, die Parlamentarier müssten über Höffners Vergangenheit auch strukturell diskutieren. „Die absolutistische Machtfülle von Bischöfen - das ist ebenfalls eine Frage. Viele dieser Strukturen sind noch so wie zur Zeit von Kardinal Höffner.“

Ein Gründer des Höffner-Kreises, der ehemalige CDU-Abgeordnete Georg Brunnhuber, sagte „Christ & Welt“ hingegen: „Man kann einen, der einen hervorragenden Leumund hat, nicht wegen einer einzigen Sache herunterziehen. Ich würde auf keinen Fall den Namen ändern.“

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