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Bundeskanzlerin mit katholischem Eugen-Bolz-Preis geehrt

Kardinal Marx lobt Angela Merkel für ihre Flüchtlingspolitik

Für ihre Flüchtlingspolitik hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) den Eugen-Bolz-Preis erhalten. Sie habe „ein wichtiges Zeichen der Humanität gesetzt“, sagte Kardinal Reinhard Marx. Auch der grüne Ministerpräsident Wilfried Kretschmann fand lobende Worte.

Für ihre Flüchtlingspolitik hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den katholischen Eugen-Bolz-Preis erhalten. Mit der Öffnung der Grenzen für Schutzsuchende habe sie „ein wichtiges Zeichen der Humanität gesetzt und in der Politik ein Beispiel christlicher Nächstenliebe gegeben“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, am Mittwoch in Stuttgart in seiner Laudatio. Die Kanzlerin handle aus dem christlichen Glauben heraus, ohne ihre Überzeugungen vor sich herzutragen, hob Marx hervor.

Der Kardinal wandte sich in seiner Rede gegen Rechtspopulisten, die sich oft in einem Tonfall profilierten, der ins Menschenverachtende umschlage. Dort existiere ein „verkrampfter Begriff der Nation“, es würden undifferenzierte Schaukämpfe gegen den Islam geführt. „Ein Rückzug auf das Nationale, auf das Geschlossene, ist keine christliche Option“, sagte Marx.

Kretschmann: „Nationalismus hat nur Leid gebracht“

In ihrer Dankesrede warnte Merkel vor nationalistischem Denken. Die Europäische Union sei weit mehr als ein Binnenmarkt, nämlich „die beste Versicherung für ein Leben in Frieden und Freiheit“. Nach dem Zweiten Weltkrieg seien aus Feinden Freunde geworden. Dabei sei es aber nicht jedem leichtgefallen, Vertrauen aufzubauen und Toleranz zu üben. Die Kanzlerin kritisierte allerdings eine „mangelnde Solidarität“ in Europa bei der Aufnahme von Flüchtlingen.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) erinnerte an die Situation 2015, als Tausende Flüchtlinge in Osteuropa festsaßen. Merkel habe „gehandelt und geholfen“ und gegen große Widerstände humanitäre Haltung gezeigt. Der Grünen-Politiker sagte der Kanzlerin die Unterstützung der Landesregierung im Engagement für die Einigung Europas zu. „Nationalismus hat nur Leid und Elend in die Welt gebracht“, betonte er.

Was ist der Eugen-Bolz-Preis?
Der Eugen-Bolz-Preis erinnert an den württembergischen Staatspräsidenten und katholischen Widerstandskämpfer Eugen Bolz (1881 - 1945), der wegen seiner Unterstützung eines Attentats auf Adolf Hitler von den Nazis hingerichtet wurde. Seit 1997 wird die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung alle zwei bis vier Jahre vergeben. Frühere Preisträger waren unter anderen die KZ-Überlebende Wanda Póltawska, die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, der baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) und der SPD-Politiker und langjährige Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, Robert Antretter.

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