DBK-Vorsitzender begleitet evangelische Delegation zum Papst

Kardinal Marx will Kircheneinheit noch selbst erleben

Kardinal Reinhard Marx (63), Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz sowie katholischer Erzbischof von München und Freising, glaubt an ein absehbares Ende der Kirchentrennung. „Ich hoffe schon, dass ich diese Einheit der Kirche noch erlebe“, sagte Marx im Interview der „Nürnberger Nachrichten“ (Montag). Dabei könne es aber keine „Ökumene des kleinsten gemeinsamen Nenners geben“. Unterschiedliche katholische und evangelische Traditionen seien auch eine Bereicherung. Einheit bedeute nicht, diese einfach aufzugeben.

Vielfalt als Bereicherung zu sehen, sei auch ein wichtiges Signal an die moderne pluralistische Gesellschaft, betonte Marx. „Schaut, da arbeiten zwei eng zusammen, die lassen sich nicht spalten, die kommen wunderbar miteinander aus, obwohl sie auch verschieden sind.“

Evangelische Delegation bei Papst Franziskus

Der Kardinal fügte hinzu, er hoffe, dass der 600. Jahrestag der Reformation in 100 Jahren als „vereinte Kirche“ gefeiert werde. Die Zeiten, in denen sich Christen in Deutschland gegenseitig verletzt hätten, sollten endgültig vorbei sein. Auf dem „Weg der sich immer mehr annähernden Freundschaft“ sei schon viel erreicht worden, auch wenn es noch manches Trennendes gebe.

Am 6. Februar wird Kardinal Marx evangelische Delegation aus Deutschland zur Audienz mit Papst Franziskus begleiten, wie die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) am Montag in Hannover mitteilte. Die Begegnung mit Papst Franziskus sei „ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu einem ökumenisch gestalteten Reformationsjubiläum 2017“, sagte der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm.

Bedford-Strohm: Wertschätzende Ökumene in Deutschland

Deutschland, aus dem die Trennungen der Reformationszeit hervorgegangen sind, erlebt nach Bedford-Strohms Worten heute eine Ökumene herzlicher gegenseitiger Wertschätzung. „Diesen Geist bringen wir mit nach Rom“, so der bayerische Landesbischof. Bei dem Treffen mit Papst Franziskus wolle man unterstreichen, dass die beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland eine besondere Verantwortung für den weiteren Weg der Ökumene wahrnehmen wollen.

Der Delegation gehören laut EKD außer Bedford-Strohm die stellvertretende Ratsvorsitzende, Präses Annette Kurschus, die Präses der EKD-Synode, Irmgard Schwaetzer, der Vorsitzende des Kontaktgesprächskreises, Kirchenpräsident Christian Schad, und die Ratsmitglieder Andreas Barner, Michael Diener, Bischof Markus Dröge, Elisabeth Gräb-Schmidt, Kirchenpräsident Volker Jung und Oberkirchenrat Dieter Kaufmann an.