Treffen für kommende Woche angesetzt

Kardinal Marx will Papst über Synodalen Weg informieren

Kardinal Reinhard Marx will in den kommenden Tagen Papst Franziskus über die erste Synodalversammlung der katholischen Kirche Deutschlands informieren. Dies werde kommende Woche während einer ohnehin terminierten Romreise geschehen, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz am Samstagnachmittag vor Journalisten in Frankfurt.

Bei derselben Pressekonferenz wies der Münchner Erzbischof Vorwürfe des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki zurück. Woelki hatte im Internetportal domradio.de gesagt, nicht jede Meinung habe in Frankfurt ausreichend Gehör gefunden. Zudem sei die hierarchische Ordnung der Kirche infrage gestellt worden.

ZdK weist Woelkis Kritik zurück

Wie Marx wiesen auch der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, und die stellvertretende ZdK-Vorsitzende Karin Kortmann Woelkis Äußerungen scharf zurück. Kortmann äußerte den Wunsch, dass der Kardinal seine Vorwürfe zurücknehmen solle. Alle Anträge, auch die, bei denen Woelki zu den Antragstellern gehörte, seien sorgfältig beraten und zur Abstimmung gestellt worden.

Marx wollte das Woelki-Interview nicht näher kommentieren. Die Versammlung sei so abgelaufen, wie es in der von der Bischofskonferenz beschlossenen Satzung vorgesehen sei, so Marx.

Sternber sieht ein im Synodalen Weg ein „neues Bild von Kirche“

Er nannte die dreitägigen Beratungen ein „geistliches Experiment“. Es gehe um den Versuch, etwas Neues zu tun. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Arbeit in den vier Foren nun vorangehe. Ob bei der für September geplanten zweiten Synodalversammlung bereits eine erste Lesung über Inhalte vorgenommen werden könne, sei nicht absehbar.

Sternberg sprach von einem „neuen Bild von Kirche“, das in Frankfurt habe erlebt werden können. Es gelte, thematisch zu Klärungen und Beschlüssen zu kommen. Sternberg wörtlich: „Der Weg entsteht beim Gehen.“

Kortmann lobt „hierarchiefreien Raum“

Kortmann würdigte die Versammlung als „hierarchiefreien Raum“ ohne Unterschiede zwischen Laien, Priestern und Bischöfen. Vertreter aus anderen Ländern hätten sich ebenfalls positiv über den Prozess geäußert, so Kortmann. Der stellvertretende Vorsitzende der Bischofskonferenz, Bischof Franz-Josef Bode, nannte das Treffen eine „großartige Zukunftswerkstatt“. Bei Abstimmungen habe sich immer „die vernünftige Mitte durchgesetzt“. Dies entspreche auch dem Meinungsbild in der Bischofskonferenz.