NAHER OSTEN

Heiliges Land: Kardinal Woelki warnt vor Verschwinden der Christen

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Zum Abschluss seiner Reise fordert der Präsident des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande mehr Aufmerksamkeit. Sonst werde sich nie etwas ändern.

Von KNA

Kardinal Rainer Maria Woelki fordert Politik und Gesellschaft zu mehr Aufmerksamkeit für die Lage der Christen im Nahen Osten auf. „Wir müssen über die Not der christlichen Gemeinden in Israel, Palästina und dem Libanon offen reden. Sonst wird sich nie etwas ändern“, sagte der Kölner Erzbischof zum Abschluss seiner einwöchigen Nahostreise.

Während seines Aufenthalts habe er die vielseitigen und oft scheinbar unlösbaren Probleme der Christen vor Ort erlebt, so der Kardinal. „Im Westjordanland klagen Christen über das aggressive Vorgehen radikaler jüdischer Siedler. Der Süden des Libanon wurde im Krieg Israels gegen die Hisbollah völlig zerstört. Die übrig gebliebenen christlichen Dörfer liegen isoliert in einem Niemandsland.“ Hinzu kämen an allen Orten wirtschaftliche Not und die Sorge um die Bildungsmöglichkeiten der Kinder, schilderte Woelki.

Woelki: „Viele Familien sind schon ausgewandert“

Zahlreiche Christen würden in ihrer Heimat keine Zukunft mehr sehen, vor allem junge Menschen. „Viele Familien sind schon ausgewandert. In allen besuchten Ländern haben Menschen ihre Befürchtung geäußert, dass in 10 bis 20 Jahren kaum oder überhaupt keine Christen mehr im Nahen Osten leben werden.“

Als Erzbischof von Köln und Präsident des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande (DVHL) will sich der Kardinal dafür einsetzen, dass sich die Lage der Christen verbessert. „Ausgerechnet in den Ländern, in denen Jesus gelebt und gewirkt hat, sind Christen heute in ihrer Existenz bedroht. Es ist unsere Verantwortung als Kirche, ihnen beizustehen“, sagte Woelki.

Das Erzbistum und der DVHL unterstützen bereits seit Jahren Kirchen und Projekte in der Region. Zum Engagement gehören etwa der Unterhalt oder die Bezuschussung von Schulen, Pflegeheimen oder Krankenhäusern.

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