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Nuntiatur spricht von "großen Fehlern" des Kölner Erzbischofs

Papst ermöglicht Auszeit für Kardinal Woelki / Steinhäuser Administrator

  • Papst Franziskus hat dem Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki auf dessen Bitte eine Auszeit bis März 2022 ermöglicht. 
  • Der Kölner Weihbischof Rolf Steinhäuser leitet das Erzbistum derweil als Apostolischer Administrator.
  • Weihbischof Dominikus Schaderlapp wird für ein Jahr Seelsorger in Kenia, Weihbischof Ansgar Puff seinen Dienst sofort regulär wieder aufnehmen.
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Papst Franziskus hat dem Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki eine Bedenkzeit bis März 2022 verordnet. Das geht aus einer Mitteilung des Heiligen Stuhls hervor, den die Apostolische Nuntiatur in Berlin veröffentlicht hat und die "Kirche-und-Leben.de" vorliegt. Zugleich wird der Kölner Weihbischof Rolf Steinhäuser Apostolischer Administrator. 

Das Schreiben berichtet von einem "langen Gespräch" von Papst Franziskus mit Kardinal Woelki in der vergangenen Woche. Der Papst anerkenne die Treue zum Heiligen Stuhl und die Sorge um die Einheit der Kirche, heißt es darin. Allerdings habe Woelki "in der Herangehensweise an die Frage der Aufarbeitung insgesamt, vor allem auf der Ebene der Kommunikation, auch große Fehler gemacht".  Das habe "wesentlich" dazu beigetragen, "dass es im Erzbistum zu einer Vertrauenskrise gekommen ist, die viele Gläubige verstört.

 

Der Hintergrund

 

Das Schreiben des Heiligen Stuhls, veröffentlicht von der Apostolischen Nuntiatur.

Die Diözese am Rhein wird seit gut einem Jahr von einer Vertrauenskrise erschüttert. Der Unmut über den Erzbischof war gewachsen, nachdem er ein Gutachten über den Umgang mit Fällen sexualisierter Gewalt mit Verweis auf rechtliche Gründe stornierte. Es wuchs der Eindruck, Woelki wolle etwas vertuschen. Ein zweites Gutachten, das kirchlichen Führungskräften 75 Pflichtverletzungen im Umgang mit Fällen sexualisierter Gewalt nachweist, brachte keine Befriedung.

Woelki selbst wurde juristisch entlastet. Doch diese Freisprechung stieß nicht auf Akzeptanz. Vielmehr appellierten Kritiker an ihn, gerade auch als langjähriger Vertrauter des früheren Kölner Kardinals Joachim Meisner moralische Verantwortung für das System zu übernehmen. Einen Rücktritt lehnte Woelki mehrfach ab.

Mitte Juni schickte Papst Franziskus zwei Gesandte nach Köln, um die Situation vor Ort zu überprüfen. Dabei ging es auch um die Rolle weiterer Verantwortungsträger, etwa des Hamburger Erzbischofs Stefan Heße (55), der seinen Rücktritt angeboten hatte. Vergangene Woche lehnte der Papst dieses Gesuch ab.

 

Was wird aus den Weihbischöfen Puff und Schwaderlapp`?

 

Die Kölner Weihbischöfe Ansgar Puff und Dominikus Schwaderlapp, die beide ihren Rücktritt angeboten hatten, bleiben laut Nuntiatur im Amt. Bei beiden seien vereinzelt Mängel in der Behandlung von Verfahren festgestellt worden, sie hätten aber nicht Missbrauch vertuschen oder Betroffene ignorieren wollen.

Schwaderlapp habe darum gebeten, vor seiner Rückkehr in den Dienst als Weihbischof in Köln für ein Jahr als Seelsorger in der Erzdiözese Mombasa in Kenia arbeiten zu dürfen.

Wir berichten weiter.

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