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In Österreich sprach der Münchner Erzbischof über das Verhältnis von Politik und Religion. Welche Rolle er letzterer zuweist - und was er kritisiert.
Kardinal Reinhard Marx hat die Bedeutung von Religion für das Funktionieren demokratischer Gesellschaften hervorgehoben. „Demokratie braucht Religion“, sagte der Erzbischof von München und Freising am Montag bei einem Vortrag in der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz.
Demokratie lebe von Menschen, die bereit seien, mehr an Solidarität und Einsatz einzubringen, als das Gesetz fordere, so Marx. Dieses „Mehr“ und die damit verbundene Freiheit seien die Grundlage des demokratischen Gefüges. Das passe zum Christentum, denn es suche nach einer gerechten Gesellschaft und wehre sich gegen ein „ständiges Mehr, bei dem der Mensch unter die Räder kommt“.
Als Symbol dafür hob der Kardinal den Sonntag hervor, den er ein „Denkmal der Demokratie“ nannte, weil er zeige, dass es in einer Gesellschaft um mehr gehe als um Profit und Nutzen. Zugleich räumte Marx ein, die Kirche habe ihrem Anspruch nicht immer genügt und verliere weiterhin Mitglieder. Seine Vision bleibe jedoch: „Wenn Menschen an einer Demokratie bauen, dass sie dann sagen: ,Euch Christen hätten wir gerne dabei.‘“