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Amerikaner leitete die Glaubenskongregation nach Joseph Ratzinger

Kardinal William Joseph Levada mit 83 Jahren gestorben

Der frühere Präfekt der römischen Glaubenskongregation, Kardinal William Joseph Levada, ist tot. Er starb mit 83 Jahren. Er trat 2005 die Nachfolge von Joseph Ratzinger in diesem Amt an - einem der höchsten Posten der Kirche.

Der frühere Präfekt der römischen Glaubenskongregation, Kardinal William Joseph Levada, ist tot. Wie der Vatikan mitteilte, starb der gebürtige US-Amerikaner am Donnerstag im Alter von 83 Jahren. Levada leitete die Glaubenskongregation von 2005 bis 2012 als Nachfolger von Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. (2005-2013), der ihn bald nach seiner Wahl an die Spitze der einflussreichen Vatikanbehörde berief.

Geboren am 15. Juni 1936 im kalifornischen Long Beach, wurde Levada mit 25 Jahren zum Priester geweiht. Zunächst wirkte er als Pfarrseelsorger und als Theologiedozent in Los Angeles. Promoviert wurde er mit der Arbeit „Unfehlbares kirchliches Lehramt und natürliches Sittengesetz“.

Weltkatechismus und Missbrauchsskandal

Nach rund siebenjähriger Tätigkeit als Sachbearbeiter in der Glaubenskongregation wurde Levada 1983 Weihbischof in Los Angeles. Im August 1995 machte Johannes Paul II. (1978-2005) ihn zum Erzbischof-Koadjutor von San Francisco, wo er wenige Monate später die Nachfolge des kranken John Raphael Quinn antrat. Als einziger US-Amerikaner gehörte Levada der Kommission für den Katholischen Weltkatechismus an. Zudem arbeitete er in der amerikanisch-vatikanischen Kommission zur Erstellung von Normen nach dem Missbrauchsskandal mit.

Dieses Thema beschäftigte Levada auch nach seinem Wechsel nach Rom. Als Irland, Deutschland und andere Ortskirchen von Skandalen erschüttert wurden, lag es an seiner Behörde, verbindliche Normen zu präzisieren, bestehende Richtlinien zu veröffentlichen und weltweit umzusetzen.

Eklat um Pius-Bruder Richard Williamson

Nach dem Eklat um den Holocaust-Leugner Richard Williamson musste der Vatikan zu einer Versachlichung des Gesprächs mit den traditionalistischen Piusbrüdern zurückfinden. Die zuständige Kommission „Ecclesia Dei“ wurde völlig neu gebildet und direkt Levadas Leitung unterstellt. In seine Amtszeit fielen die Aufhebung der Exkommunikation der Piusbrüder und die bislang erfolglosen Diskussionen um ein Ende der Trennung der Traditionalisten von Rom.

2012 nahm Papst Benedikt sein aus Altersgründen formuliertes Rücktrittsgesuch an. Sein Nachfolger als Präfekt der Glaubenskongregation wurde der damalige Regensburger Bischof und spätere Kardinal Gerhard Ludwig Müller. Er war bis 2017 im Amt.

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