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Das ganze „Drama des Menschseins“ zeigt die Passionsgeschichte Jesu, predigte Antonius Hamers an Karfreitag im Paulusdom.
In der Karfreitagsliturgie im Dom in Münster hat der Diözesan-Administrator des Bistums Münster, Antonius Hamers, in seiner Predigt die Passion Jesu als Spiegel des menschlichen Lebens gedeutet. Die Leidensgeschichte zeige das ganze „Drama des Menschseins“ – von dunklen Abgründen bis zu tief berührenden Zeichen der Menschlichkeit, wie die Bischöfliche Pressestelle berichtet.
Hamers erinnerte daran, wie in der Passionsgeschichte Verrat, Verleumdung, Feigheit, rohe Gewalt, Sadismus, Folter und Mord sichtbar würden. Gleichzeitig aber zeige sie „Zeichen der Liebe, der Treue, der Tapferkeit und der Menschlichkeit“.
Schuld und Erlösung
Zentral stellte Hamers das Wort des Pilatus „Ecce homo – seht, der Mensch“ heraus. Es offenbare „die Ambivalenz unseres Menschseins“, stellte Hamers fest und führte aus: „Seht, der Mensch – in seiner Würde, in seiner Verletzlichkeit. Seht, der Mensch – seht, was Menschen Menschen antun können. Seht, der Mensch – seht, wie Menschen andere Menschen erniedrigen, fertig machen, vergewaltigen können. Seht, wie ihr am Menschen schuldig werden könnt.“
Der menschlichen Schuld stehe „die Erlösung durch Jesus am Kreuz gegenüber“. Hamers erklärte: „Er heilt die Beziehung zwischen Gott und Mensch, er schenkt uns einen Neuanfang, er befähigt uns, Verantwortung für unser Versagen zu übernehmen.“