Theologe und Journalist arbeitete auch bei „Kirche+Leben“

Karl Höller, langjähriger Missio-Generalsekretär, ist tot

Der langjährige Generalsekretär des internationalen katholischen Hilfswerks missio Aachen, Karl Höller, ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Das teilte das Hilfswerk am Donnerstag in Aachen mit. „Wir verneigen uns vor einer großen Lebensleistung und einem Visionär weltkirchlicher Solidarität. Karl Höller war ein vorausschauender Stratege, der unsere ethische Verantwortung für die Folgen der Globalisierung schon zu einer Zeit begriff und übernahm, als es dieses Wort noch gar nicht gab“, heißt es weiter. Höller, der für sein soziales Engagement unter anderem das Bundesverdienstkreuz erhielt, habe sein Amt in der Überzeugung ausgefüllt, dass die Verbreitung des Glaubens die Erde menschlicher mache.

Impulsgeber für Kirche in Deutschland

In diesem Zusammenhang hob das kirchliche Hilfswerk die Gründung des Missionswissenschaftlichen Instituts missio durch Höller hervor. Es ermögliche jungen Theologinnen und Theologen der Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien durch Stipendien eine professionelle Ausbildung, die sie für Leitungsfunktionen befähigt. Zudem habe Höller durch moderne Methoden des Marketings während seiner elfjährigen Amtszeit von 1971 bis 1982 das Spendenergebnis für missio mehr als verdreifacht, auf 97 Millionen Mark (umgerechnet 49,6 Millionen Euro).

Überdies habe er auch der Kirche in Deutschland „wichtige Impulse“ gegeben, indem er etwa die Arbeit der Würzburger Synode (1972-1975) zur Umsetzung des Zweiten Vatikanischen Konzils in Deutschland begleitete. Im Gespräch mit anderen Religionen sei er stets ein „Prophet des Dialogs“ gewesen.
Höller war 1969 auch Gründungssekretär des Catholic Media Council, einem Verein für Medienplanung für Entwicklungsländer mit Sitz in Aachen. 1970 legte er zusammen mit Josef Bergmoser den Grundstein für den Bergmoser und Höller Verlag.

Volontär und Redakteur in Münster

Der 1937 in Engelskirchen geborene Höller studierte an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in St. Augustin Philosophie, Theologie, Ethnologie und Missionswissenschaften. Erste journalistische Erfahrungen sammelte er 1961 als Reporter bei der Kölnischen Rundschau/Siegkreis-Rundschau, bevor er zur Universität Münster wechselte.

Begleitend zum Studium, unter anderem der Publizistik, absolvierte Höller 1962 ein Volontariat bei der Münsteraner Bistumszeitung "Kirche+Leben", wo er als Redakteur bis 1969 arbeitete. Noch als Doktorand der Publizistik wurde er 1968 Mitbegründer der Fachzeitschrift Communicatio Socialis.