100 Jahre Anna-Katharinenstift in Dülmen – Festprogramm mit Sommerfest und Digital-Angeboten

Karthaus bekommt lebensgroße Emmerick-Skulptur zum Jubiläum

  • Der Düsseldorfer Künstler Bert Gerresheim wird für die Einrichtung in Dülmen eine lebensgroße Skulptur der seligen Anna Katharina Emmerick schaffen.
  • Mit den Bewohnerinnen und Bewohnern wird Bischof Felix Genn im Sommer einen Festgottesdienst feiern.
  • Die Geschichte der Einrichtung und der Wandel in der Pädagogik und Betreuung behinderter Menschen werden digital aufbereitet.

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Mit mehreren digitalen Angeboten und einem Open-Air-Sommerfest wird das Anna-Katharinenstift Karthaus in Dülmen sein hundertjähriges Bestehen begehen. Unter dem Motto „100 Jahre 100 % Mensch“ wird sich die Einrichtung für Menschen mit geistigen, körperlichen und psychischen Behinderungen mit ihrem Wohnheim und den Karthäuser Werkstätten in den sozialen Medien präsentieren.

Am 19. Juni wird Bischof Felix Genn mit den Bewohnern und Mitarbeitenden einen Gottesdienst feiern. An diesem Tag soll auch eine lebensgroße Bronzeskulptur des Düsseldorfer Bildhauers Bert Gerresheim enthüllt werden, die die selige Anna Katharina Emmerick darstellt. Augustiner-Mönche, die zu Beginn viele Jahre die Seelsorge und geistliche Betreuung des Stifts hatten, benannten die Einrichtung nach Anna Katharina Emmerick. Papst Johannes Paul II. sprach die besonders im Münsterland verehrte Mystikerin Anna Katharina 2004 selig.

 

Frauenfürsorge in alter Zuckerfabrik

 

Das Leitungsteam präsentiert das Jubiläumsmotto.
Das Leitungsteam (von links) um Josef Kuhlmann, Bruno Gerding, Michaela Konradt und Christoph Lowens präsentiert das Jubiläumsmotto des Anna-Katharinenstift Karthaus „100 Jahre 100 % Mensch“. | Foto: pd

Über die Historie des Hauses sagt Michaela Konradt, Leiterin der Bereiche Wohnen: „Die Einrichtung haben Menschen für Menschen gegründet. Menschen auf ihrem Lebensweg zu unterstützen, bildet noch immer den Schwerpunkt unserer Arbeit, auch wenn sich im Lauf der Zeit vieles verändert hat.“

Die Gründerin des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF), Agnes Neuhaus, war es, die 1921 in einer alten Zuckerfabrik auf der Karthaus ein Heim für „sittlich gefährdete“ Frauen errichtete. Damals sollten durch Arbeit und eine katholische Erziehung verwaisten und verwahrlosten jungen Frauen eine Rückkehr in die Gesellschaft ermöglicht werden. Mehr als 80 Jahre leiteten Hiltruper Missionsschwestern das Haus, das sich in der Geschichte in Pädagogik, Arbeitsweisen und Strukturen ständig weiterentwickelte.

 

Bewohner stellen sich in einem Blog vor

 

Heute leben 370 Menschen mit Behinderung vor Ort in verschiedenen Wohnformen. Zusätzlich 115 Menschen betreut das Team des ambulanten Wohnens. Die Werkstätten Karthaus bieten mit ihren Zweigstellen 540 Arbeitsplätze. Zusammen mit den 650 Mitarbeitenden soll es im Sommer mehrere kulturelle Veranstaltungen und Feste geben.

Bis dahin wird ein Jubiläumsblog Bewohnerinnen und Bewohner vorstellen sowie Archivbilder und Dokumentationen aus der Geschichte präsentieren.  „Wir organisieren zudem Live-Übertragungen auf die Fernseher der Wohngruppen und Angebote in Kleingruppen“, erläutert Josef Kuhlmann vom Leitungsteam des Anna-Katharinenstifts.

 

Video „Zirkus Corona“ macht Mut in der Krise

 

Sobald sich die Kontaktbeschränkungen im Stift lockern, wird der Theater- und Musikpädagoge Georg Breitkopf, der den Freizeitbereich der Einrichtung leitet, seinen komponierten Jubiläumssong mit musikbegeisterten Menschen des Anna-Katharinenstift proben und passend zur Feier veröffentlichen. Zusammen mit den Bewohnern hat Breitkopf bereits ein Video „Zirkus Corona“ erstellt, um auf eine lockere Art und Weise mit der schwierigen Zeit der Corona-Krise besser umgehen zu können.

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