ARCHITEKTUR

Kassel: Deshalb stürzte das Dach der Elisabethkirche ein

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Vor drei Jahren sorgte der Zusammenbruch der Konstruktion in Hessen für großes Aufsehen. Ein neues Gutachten gibt Aufschluss über die Gründe.

Von KNA, vd

Der Dach-Einsturz der Elisabethkirche in Kassel ist wahrscheinlich auf die unsachgemäße Verwendung von Kleber zurückzuführen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten von Bauingenieur Werner Seim, wie die „Hessische/Niedersächsische Allgemeine“ berichtet. Seim und sein Team untersuchten die Dachbalken sowie die Verbindungen der Holzbauteile. In beinahe allen Proben habe Klebstoff gefehlt, Holzteile seien unregelmäßig geleimt gewesen.

„Es ist eigentlich ein Wunder, dass das Dach so lange gehalten hat“, sagte Seim der Zeitung und sprach von „Pfusch“. Die Elisabethkirche war 1959/60 erbaut worden. Dem Ingenieur zufolge waren Klebeverbindungen der sogenannten Generalkeilzinkenstöße damals eine neue Technik ohne Normen. Von außen sei das Problem nicht zu erkennen gewesen.

Auch im Bistum Münster einsturzgefährdete Kirchen

Das Dach der Kirche war am 6. November 2023 eingestürzt. Alle 26 Dachbalken brachen in der Mitte, sodass die Konstruktion in sich zusammenklappte. Ein Gemeindemitarbeiter konnte sich retten, weitere unmittelbar Betroffene gab es nicht. Noch in den Tagen vor dem Einsturz fanden in der Kirche ein Festgottesdienst und eine Kulturveranstaltung mit zahlreichen Besuchern statt.

Die Elisabethkirche ist auch als Kulturkirche bekannt und wurde etwa parallel zum Kunstfestival „documenta“ für Ausstellungen genutzt. Nach dem Einsturz schützte ein provisorisches Dach das Gebäude vor weiteren Schäden. Laut dem Zeitungsbericht sollen demnächst die Bauarbeiten am neuen Dach beginnen.

Auch im Bistum Münster gelten mehrere Kirchen als einsturzgefährdet. Drei aus demselben Grund wie in Kassel – eine Konstruktion aus Holzleimbinder-Dachbalken.

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